Im größten Chemieareal in Tschechien ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg kontrolliert gesprengt worden. Die Sprengung über eine Fernzündung aus der Deckung erfolgte kurz nach Mittag, wie die Polizei mitteilte. Auf Fernsehbildern war aus großer Entfernung eine massive Staubwolke zu sehen. Die britische 500-Pfund-Bombe mit einem gefährlichen Langzeitzünder war vor mehr als einer Woche auf dem Gelände der Unipetrol-Raffinerie in Litvinov gefunden worden. Die Industriestadt liegt in Nordböhmen, rund 50 Kilometer südlich von Dresden.
Experten des Kampfmittelräumdienstes hatten einen fünf Meter hohen und bis zu sechs Meter breiten Schutzwall aus mit Sand gefüllten Taschen um die Bombe errichtet. Das Betreten einer Sicherheitszone mit einem Durchmesser von zwei Kilometern war verboten. Zudem wurde eine Flugverbotszone eingerichtet - auch für Drohnen.
«Nach ersten Informationen direkt von vor Ort sind nach der Sprengung keine markanten Schäden erkennbar», teilte die Polizei mit. Die Anspannung war groß gewesen, da in weniger als 20 Meter Entfernung vom Fundort der Bombe Rohrleitungen für Chemieprodukte verlaufen. Bevor die Unipetrol-Raffinerie und die petrochemischen Werke ihren Betrieb wieder aufnehmen können, müssen die Anlagen noch gründlich untersucht werden.