In Thüringen kämpften Einsatzkräfte im Sommer 2025 gegen ein Feuer in einem bis dahin ungekannten Ausmaß, zeitweise war der Katastrophenfall ausgerufen worden. In der sächsischen Gohrischheide waren Feuerwehrleute zur gleichen Zeit wegen alter Munition im Boden teils chancenlos, rund drei Viertel des Gebietes sollen betroffen gewesen sein. Im Harz waren 2024 Bundeswehr-Hubschrauber im Dauereinsatz, bis heute wird über eine Millionensumme für den Einsatz gestritten. Nun beginnt erneut die Waldbrandsaison, Forstleute sprechen von der ersten Hochrisikophase des Jahres. Wie sind die Regionen nach den Großfeuern auf künftige Brände vorbereitet?
Thüringen: Löschwasserversorgung verbessert
Tanklöschfahrzeuge mussten bei dem Großfeuer in Thüringen im Sommer 2025 teils weite Wege fahren, was zunächst Löscharbeiten erschwerte. Kilometerlange Schlauchleitungen kamen zum Einsatz. Landwirte halfen mit ihren Fahrzeugen. Im Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt sieht man sich aber gut aufgestellt: Der Kreis verweist auf Anschaffungen in den vergangenen Jahren, darunter Faltbehälter mit bis zu 30.000 Litern Wasser sowie geländegängige Pick-ups mit Waldbrandmodulen.
Thüringens Innenministerium beschafft im laufenden Jahr sechs Großtanklöschfahrzeuge mit jeweils 10.000 Litern Wasservolumen für den Katastrophenschutz, heißt es auf Anfrage. Drei der Fahrzeuge sind im Januar bereits an die Kreise Hildburghausen, Kyffhäuser und Sonneberg übergeben worden. Bis 2030 sollen 16 weitere Tanklöschfahrzeuge mit einem Löschwasservolumen von 3.000 Litern beauftragt werden, heißt es weiter.
Gohrischheide: Gut ausgerüstet, trotzdem verwundbar
Die munitionsbelastete Gohrischheide ist seit Jahren als Problemgebiet bekannt: «Wir können nicht überall hinfahren, wo es brennt», beschreibt Sachsenforst‑Sprecher Marco Horn die Lage. Politisch rückt seitdem die Frage in den Mittelpunkt, ob Munitionsflächen zumindest teilweise geräumt werden können. Die Idee eines gepanzerten unbemannten Löschfahrzeugs sei zudem nach wie vor Teil einer laufenden «Risikoanalyse» heißt es aus dem Landratsamt in Meißen. Ein neues Großtanklöschfahrzeug mit 10.000 Liter Wasservolumen wurde zudem in Priestewitz in zentraler Lage zur Erreichbarkeit mehrerer Naturschutzgebiete stationiert, heißt es weiter.
Laut Innenministerium sind bis Ende 2025 vier geländegängige Kommandowagen, 15 «Tanklöschfahrzeuge-Waldbrand» und sechs Großtanklöschfahrzeuge angeschafft worden. Perspektivisch sollen zudem drei neue Hubschrauber der Landespolizei einsatzbereit sein, die deutlich mehr als die bisher möglichen 300 Liter Wasser transportieren können.