Rund drei Monate nach dem gewaltigen Erdrutsch am Knappensee in Ostsachsen haben Gutachter Erkenntnisse zur Ursache vorgelegt. Wie das sächsische Oberbergamt am Dienstag mitteilte, wurde die Rutschung demnach durch Vorbereitungsarbeiten im Rahmen der laufenden Ufersanierung ausgelöst. Der eigentliche Grund liege aber noch eine Ebene tiefer - in den instabilen Innenkippen, die das Ufer des Sees bilden. Um solche Gefahren an dem gefluteten früheren Braunkohletagebau zu beseitigen, laufen schon seit 2014 umfangreiche Sicherungsmaßnahmen. Der betroffene Uferabschnitt rutschte ab, bevor er endgültig gesichert werden konnte.
Im März war an dem See im Landkreis Bautzen das Ufer auf 500 Metern Länge abgegangen. Ungefähr eine Million Kubikmeter Erdreich geriet ins Rutschen. Augenzeugen berichteten von einer 1,50 Meter hohen Schwallwelle. Auf der schräg gegenüberliegenden Seeseite wurden einige Gebäude beschädigt. Der Knappensee entstand schon in den 1950er Jahren aus dem ehemaligen Tagebau Werminghoff I. Er war lange Zeit ein beliebtes Naherholungsgebiet, ist aber wegen der laufenden Sanierung seit Jahren gesperrt.