Ein Mann springt im schleswig-holsteinischen Heide aus einem Auto und erschießt seine Ehefrau vor den Augen des gemeinsamen 13 Jahre alten Sohnes. Am Freitag begann der Prozess gegen den 54-Jährigen Aserbaidschaner vor dem Landgericht Itzehoe. Angeklagt ist er wegen Mordes.
Staatsanwältin Maxi Wantzen warf ihm bei der Verlesung der Anklage außerdem vor, seine Frau Monate vor der tödlichen Tat in der gemeinsamen Wohnung im sächsischen Chemnitz im März 2022 vergewaltigt zu haben. Sie habe sich letztlich aus Angst vor der körperlichen Überlegenheit ihres Mannes nur verbal gegen die Vergewaltigung gewehrt. Motiv für den tödlichen Schuss am 31. Oktober 2022 in Heide, wohin die 37 Jahre alte Frau mit ihrem Kind in ein Frauenhaus geflüchtet war, sei die Anzeige wegen der Vergewaltigung gegen ihren Mann gewesen, sagte Wantzen.
Die 37 Jahre alte Frau war mit dem Jungen auf einem Gehweg unterwegs, als neben ihr ein Fahrzeug hielt und der Angeklagte ausstieg. Er habe unvermittelt aus nächster Nähe auf die Frau geschossen. Anschließend habe sich der Schütze zur Polizei fahren lassen und dort gestellt. Die Frau starb wenig später im Krankenhaus.