Sie sammeln sich, fliegen kunstvolle Formationen am Herbsthimmel und bereiten sich auf ihre Reise gen Süden vor. Zugvögel sind derzeit in Sachsen und besonders auch in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft wieder zu Tausenden zu beobachten. Und die Vogelkundler der sächsischen Vogelschutzwarte im Landkreis Bautzen erkennen Veränderungen, die sich seit Jahren abzeichnen. «Eine zunehmende Anzahl zieht nicht mehr so weit nach Süden, sondern überwintert in nördlichen Gegenden», erklärt Leiter Jochen Bellebaum.
Hauptursache seien die zunehmend milderen Winter. Die Vogelschutzwarte, die für das dauerhafte Beobachten heimischer Vogelarten zuständig ist, registriert unterschiedliche Auswirkungen des Klimawandels auf Zugvögel. «Einige Arten kommen aus dem Norden, ursprünglich zogen sie bis Spanien», sagt Bellebaum. Das betreffe Entenvögel und auch Kraniche. «Jetzt bleiben viele auch in Sachsen und ziehen erst weiter, wenn sich starker Frost einstellt.»
Andere seien im Freistaat im Winter seltener zu beobachten, weil sie neuerdings weiter nördlich blieben. Und manche heimische Vogelart verbringe mildere Winter gleich ganz in der Region. Nur Zugvögel, die sich stark an der Tageslänge orientierten, würden ihr Programm beibehalten und weiter ihre ursprünglichen Routen fliegen.