Zwischen Bautzen und Kamenz im Osten von Sachsen treibt seit gut einem Jahr ein dreibeiniger Wolf sein Unwesen. So schildert es jedenfalls Schäfer Gerhardt Schmidt. Der 63-Jährige hat das Tier schon mehrmals selbst gesehen, eine Woche vor Ostern stand es ihm sogar zehn Meter entfernt im Stall gegenüber. Seitdem Schmidt eine Überwachungskamera installierte, hat sich der Wolf nicht mehr blicken lassen. Ruhe hat das dem Schäfer dennoch nicht verschafft. «Ich gehe jeden Abend mit zwei Telefonen ins Bett und erwarte immer, dass Anwohner oder die Polizei anrufen, um ausgebrochene Schafe zu melden.»
Schmidt hat festgestellt, dass die Wölfe zwar nicht den Elektrozaun seiner Koppel überwinden. Durch ihre bloße Anwesenheit würden sie die Schafe aber in Panik versetzen, was wiederum zum ihrem Ausbruch aus der Koppel führe. Dann habe der Wolf leichtes Spiel. Bei den Behörden hat er erreichen wollen, dass der dreibeinige Wolf abgeschossen wird - so wie das bei verhaltensauffälligen Tieren in Sachsen möglich ist.