Lehrstunde für Staatssekretäre deutscher Kultusministerium im Weinberg: Die Amtschefs aus den Kultusbereich unionsgeführter Bundesländer wollen bei ihrem Treffen in Meißen auch den ökologischen Weinberg der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt besuchen. Der Besuch solle die Lenker der Ministerien anregen, an den Erfahrungen der Landesstiftung teilzuhaben und ähnlich strukturierte Vorhaben in ihrem Wirkungsbereich umzusetzen, teilte die Stiftung mit. Die Visite im Weinberg war für Donnerstagabend geplant.
Reduzierter Pestizideinsatz als Voraussetzung für Biodiversität
Nach Angaben der Landesstiftung entschied man sich ganz bewusst für eine ökologische Bewirtschaftung der Flächen mit den stress- sowie pilztoleranten Rebsorten Johanniter (weiß) und Regent (rot). «So konnte der Pestizideinsatz deutlich reduziert werden. Das ist eine Voraussetzung für eine vielfältige Biodiversität», hieß es. «Mit dem ökologischen Weinberg in Meißen haben wir ein Vorhaben von großer Strahlkraft geschaffen. Hier zeigen wir ganz praktisch, dass ökologischer Weinbau und Schutz der Artenvielfalt Hand in Hand gehen können», erklärte Stiftungsdirektor Robert Clemen.
Weinberg ist Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten
Inzwischen hat sich auf dem Burgberg eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt angesiedelt. Forscher der TU Bergakademie Freiberg haben hier 282 Tier- und 136 Pflanzenarten nachgewiesen, teilte die Stiftung weiter mit. Zwischen den Rebzeilen blühen für einen Weinberg typische Kräuter und Gräser. Auf den Trockenmauern tummeln sich Zauneidechsen. Außerdem bieten sie vielen Insekten wie den Wildbienen einen geeigneten Lebensraum. Bisher sind mehr als 30 Wildbienenarten nachgewiesen. In den kühl-feuchten Hohlräumen der Mauern findet auch die Erdkröte ihre Nahrung.
Im Freistaat Sachsen nahm der ökologische Weinbau in den vergangenen Jahren stark zu. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums werden derzeit achtzehn Prozent der Rebfläche (523 Hektar) ökologisch bewirtschaftet.
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