Die Hochwasserlage hat sich in Teilen Sachsens verschärft. An mehreren Pegeln der vierstufigen Skala wurde bis Sonntagmittag der Wert für die Alarmstufe 3 erreicht. Konkret betraf das die Chemnitz am Pegel in Chemnitz, die Würschnitz in der Ortslage Jahnsdorf sowie die Zwickauer Mulde in Wechselburg und Colditz. Allerdings gab es auch einen Hoffnungsschimmer. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat sich das Regengebiet über Sachsen stark abgeschwächt. Deshalb werde es nicht wie befürchtet zur Alarmstufe 4 kommen.
Die Schneeschmelze werde aber dazu führen, dass noch an weiteren Pegeln der Wert der Alarmstufe 3 überschritten wird - etwa an der Zschopau, der Freiberger Mulde und der Vereinigten Mulde, sagte Uwe Büttner, diensthabender Hydrologe im Landeshochwasserzentrum. In Grimma wurden die Fluttore geschlossen. «In den übrigen Flussgebieten sieht es entspannter aus.» Vereinzelt würden die Richtwerte der Alarmstufe 2 und der Alarmstufe 1 überschritten. Das sei aber nicht sonderlich dramatisch. Die Niederschläge, die in den kommenden 48 Stunden noch fallen sollen, seien relativ gering und würden die Schneeschmelze nicht wesentlich beschleunigen. Dennoch wollte Büttner keine Entwarnung geben. «Man sollte weiter beobachten die Situation, aber ohne Angst haben zu müssen, dass es zur Katastrophe kommt», sagte der Experte.