Wir gegen uns! Zumindest muss man sich bei Red Bull Salzburg vor dem ersten Duell in der Europa League am Donnerstag (21.00/RTL Nitro und DAZN) bei RB Leipzig so vorkommen. Beide Clubs wurden von Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz gegründet, beide bekommen Millionen von Euro aus dem Getränkekonzern. Keine Frage, dass die Bezeichnung Schwesternclubs immer wieder gern verwendet wird, auch wenn man das bei beiden Vereinen nicht mehr gern hört. Oder hören darf. Denn um überhaupt international spielen zu dürfen, musste das einst so enge Konstrukt entflochten werden.
Ralf Rangnick, jetzt Trainer und Sportdirektor in Personalunion beim sächsischen RB-Ableger, war einst auch als Sportdirektor für die Österreicher mit zuständig. Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff war bis vor einem guten Jahr Head of Global Soccer und als dieser für alle Konzernclubs, also auch die in New York und Brasilien, verantwortlich. Erst als RasenBallsport die Bundesliga stürmte und sich für die Champions League zu qualifizieren drohte, musste man bei Red Bull handeln. Denn die Regeln des europäischen Dachverbandes UEFA erlauben nicht, dass eine juristische oder natürliche Person Kontrolle oder Einfluss auf mehr als einen Verein haben darf. Mintzlaff gab sein Konzern-Amt auf, die Salzburger lösten sich aus der Konzern-Gesellschaft und haben nur noch Red Bull als Hauptsponsor. «Alle Kriterien wurden erfüllt», sagte UEFA-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti.