Normalerweise sorgt der FC Bayern gern für Unruhe beim Gegner, einen Tag vor dem direkten Duell übernahm das RB Leipzig diesmal selbst. Der Pokalsieger trennte sich am Freitag gut 25 Stunden vor Anpfiff des Bundesliga-Hits von Sportchef Max Eberl. Das fehlende Bekenntnis zum Club veranlasste die RB-Führung zu dieser überraschenden und überhastet erscheinenden Entscheidung. Eberls Stelle als Geschäftsführer bleibt vorerst vakant, Rouven Schröder übernimmt als Sportdirektor die sportliche Verantwortung.
«Das fehlende Commitment zum Club veranlasst uns zu dieser Entscheidung. Dies geschieht völlig unabhängig vom Kaderumbruch und den sportlichen Ergebnissen», hieß es in einer knappen Mitteilung. Eberl hatte den Job in Leipzig am 1. Dezember 2022 unter viel Wirbel angetreten. Nur 302 Tage später ist bereits wieder Schluss. Ein Armutszeugnis sowohl für den ambitionierten Club als auch für den Manager.
Auslöser waren nach dpa-Informationen die wiederholt nur zögerlichen Bekenntnisse zu RB Leipzig. Erst am Mittwoch war Eberl von der «Sport Bild» erneut mit dem Job als Sportvorstand bei seinem Herzensverein Bayern München in Verbindung gebracht worden. Der 50-Jährige hatte als Reaktion darauf nur Floskeln parat: «Ich stehe bei RB Leipzig unter Vertrag. Es geht aber nicht um mich, sondern um das Topspiel der Bundesliga, RB Leipzig gegen Bayern München.»