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Neuer Rekord: Dresdner Sportvereine vermelden so viele Mitglieder wie noch nie

Neuer Rekord: Dresdner Sportvereine vermelden so viele Mitglieder wie noch nie
Funktionierende Sportstätten - wie hier das Stadion an der Eisenberger Straße von Rotation Dresden - sind die Garantie für ein weiteres Wachstum der Dresdner Sportfamilie. Foto: Verein
Von: Alexander Hiller
Der Stadtsportbund Dresden als Dachorganisation zählt 137.000 Mitglieder in fast 400 Sportklubs. Die Landeshauptstadt ist in dieser Hinsicht die am schnellsten wachsende Kommune im gesamten Freistaat. Woran das liegt - und was das für ein großes Problem mit sich bringt.

„Das ist jährlich eigentlich die Pressekonferenz, bei der wir aus dem Lächeln gar nicht herauskommen“, sagt Lars-Detlef Kluger grienend in die Runde. Denn der Chef des Stadtsportbundes (SSB) Dresden verkündet am Montag die neuen Mitgliederzahlen der Dresdner Sportvereine. Und die haben einen neuen Rekordwert erreicht.

Der SSB als Dachorganisation der Sportvereine in der Landeshauptstadt ermittelte zum Stichtag am 1. Januar 2026 insgesamt 137.085 Sportlerinnen und Sportlerinnen in 398 Sportvereinen - fast jeder vierte Einwohner und mehr als je zuvor. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahr um fast 10.000 Menschen und einer Steigerungsrate um 7,2 Prozent.

Die größten Zuwachsraten gibt es bei den Erwachsenen (9,1%). Auch die sogenannten Silver-Surfer der Generation 50+ legen deutlich zu - um fast 3000 Mitglieder. Nach wie vor größter Sportverein der Stadt und auch Sachsens ist Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden mit aktuell 36.595 Mitgliedern.

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Klare Forderung: Mehr Platz, mehr Geld

Den Trend zum Wachstum gibt es sachsenweit. Auch der Landessportbund (LSB) Sachsen vermeldete vor wenigen Tagen einen neuen Rekordwert mit 749.547 (+3,2 Prozent) in sächsischen Sportklubs organisierten Personen.

„Das ordnet sich in eine allgemeine Entwicklung im Rahmen des Landessportbundes ein, ist aber unvergleichlich mit allen anderen Kreisen. Ein Zuwachs von 10.000 Mitgliedern ist etwas sehr Besonderes, macht uns sehr stolz und motiviert uns sehr“, sagt Kluger.

Der Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums für Wirtschaft Dresden verknüpft die wachsenden Zahlen mit einem für ihn alarmierenden Zeichen. „Wenn man wächst, braucht man mehr Platz. Wenn ich in der Familie immer mehr Kinder habe, fange ich irgendwann an, darüber nachzudenken ob ich mit der Familie umziehen muss“, erklärt der Sportbund-Boss bildhaft.

„Wenn die Entwicklung so deutlich wie in Dresden ist, dann braucht die Sportfamilie mehr Platz. Das bedeutet Sportstätten zu erweitern oder neue zu erschaffen“, fordert er deshalb und unterstreicht: „So sehr wir uns auch über das Steyer-Stadion freuen, müssen wir doch konstatieren, dass diese Entwicklung jetzt so nicht weitergeht.“

Damit ist die Instandhaltung oder gar der Neubau von Sportstätten in Dresden gemeint. Hintergrund der Kritik: Der SSB pocht auf einen jährlichen Mindestbedarf von sechs Millionen Euro an konsumtiven Mitteln. Im aktuellen Doppelhaushalt der Stadt Dresden sind jedoch nur 4,5 Millionen Euro eingestellt. Da ist das aktuelle Wachstum noch gar nicht einberechnet. 

Positive Signale bei Schulturnhallenbau

In der Vergangenheit wurde der Fehlbetrag von 1,5 Millionen Euro aus investiven Mitteln aufgestockt. „Die werden jetzt nicht mehr da sein, deshalb werden überall Kürzungen folgen“, meint der SSB-Präsident.

Die investiven Mittel für den Sport bezifferte die Landeshauptstadt selbst in ihrer Entwicklungs-Strategie mit zehn Millionen Euro jährlich. „Wir können sehr wohl verlangen, dass die Entwicklungs-Strategie Dresdens, die deren Stadtrat beschlossen hat, auch umgesetzt wird.“

In diesem Programm ist ein Bedarf von 300 Millionen Euro hinterlegt, der in 30 Jahren in jährlichen Zehn-Millionen-Euro-Chargen in den Dresdner Sport investiert werden solle. „Die dürfen wir einfordern“, sagt Kluger.

Die Realität sieht anders aus. „Getan wird aber im aktuellen Doppelhaushalt nahezu nichts - und wir befürchten auch im nächsten“, sagt Kluger und kommt zu dem Schluss: „Das muss sich ändern. Wir fordern die zehn Millionen Euro investiv und sechs Millionen Euro konsumtiv, jährlich ein - jährlich.”

Allerdings weiß auch Kluger um positive Signale, etwa, dass neue Schulturnhallen in Dresden „bereits größer gebaut werden, als der Bedarf der Schule es ausweist. Das nützt uns als Vereinssport sehr, das muss man auch mal sagen.“

Alexander Hiller
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Alexander Hiller

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