Kein Sieger im Ost-Duell, dafür aber ein gefühlter Verlierer: Nach dem Peinlich-Auftritt beim Abschied aus der Champions League ist RB Leipzig gegen den abstiegsgefährdeten 1. FC Union Berlin in der Fußball-Bundesliga nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Die Gäste aus Sachsen zeigten im Stadion An der Alten Försterei eine enttäuschende Leistung und hätten sich auch über eine Niederlage nicht beklagen können. Letztlich warten aber die Eisernen unter ihrem neuen Trainer Steffen Baumgart weiter auf den zweiten Sieg in diesem Jahr.
Zunächst stiller Protest auf den Rängen
Bevor das Ost-Duell auf dem Rasen losging, arbeiteten sich die Union-Fans aber erst noch auf den Rängen an dem von ihnen so verpönten Konzept der Gäste ab. «RB ist Gift für den Fußball - Unabhängigkeit unser Gegenmittel! 50+1 durchsetzen», hieß es auf einem langen Spruchband. Die 50+1-Regel im deutschen Profifußball gibt im Kern vor, dass Investoren keine Stimmenmehrheit an den Kapitalgesellschaften von Vereinen übernehmen können.
Mit dem ersten Ballkontakt herrschte aber erst einmal Schweigen unter den Berliner Anhängern: stiller Protest, 15 Minuten lang. Grund für Gefühlsausbrüche lieferten beide Teams in der Phase ohnehin kaum.
Vor allem die Gäste, die den Kontakt zu den Champions-League-Rängen halten wollen, wirkten fahrig. Rose hatte im Vergleich zur 0:1-Niederlage in der Champions League zuletzt gegen Sturm Graz mit sechs Spielern mehr als die halbe Mannschaft gewechselt. Wirkung: keine.
Wo war die Reaktion auf den Peinlich-Auftritt gegen Graz?
Union dominierte stattdessen die Begegnung. Nicht spielerisch, dafür aber mit Kampf und Einsatzwillen und wild angetrieben von Trainer Baumgart. Just in dieser Drangphase wären die Gäste aber beinahe in Führung gegangen. Xavi Simons' Versuch rund fünf Minuten vor der Pause streifte jedoch nur den Pfosten, ob der Referee eine Abseitsposition gesehen hatte, blieb unklar. Die große Reaktion, auf die auch Coach Rose gehofft, blieb aber aus.