Max Hartung fiel völlig fassungslos auf den Hosenboden. Sein komfortabler 40:27-Vorsprung war Treffer um Treffer kleiner geworden. Am Ende durfte sein französischer Gegner Vincent Anstett jubeln. Denn die deprimierende 4:18-Serie von Europameister Hartung bedeutete das WM-Aus der einst so bärenstarken deutschen Säbelfechter. Nach dem 44:45 im Achtelfinale gegen Frankreich mussten sie ihre Trostrunde um die Plätze neun bis 16 auf den Nebenbahnen der Verlierer bestreiten.
Der deutsche Schlussmann Hartung musste nach dem Debakel von seinen Dormagener Teamkollegen Matyas Szabo, Benedikt Wagner und Richard Hübers hochgezogen und getröstet werden. Fassungslos schlug der 27-Jährige die rechte Hand vors Gesicht, schien den Tränen nah. Und Szabo trat im Frust so wuchtig gegen eine Bande, dass sie sich aus ihrer Verankerung löste.
Zwischen der Achtelfinalpleite und der Trostrunde stellte sich zumindest Wagner bohrenden Fragen. Wie kann das geschehen? «Ich hab' sowas schon mal gesehen oder von sowas gehört. Das passiert natürlich, aber ganz, ganz selten. Es ist natürlich richtig bitter, dass es uns passiert ist», sagte der Vorjahres-Europameister.