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«Frau mit dem eisernen Arm»: Olympiasiegerin Fuchs gestorben

Die frühere Speerwerferin Ruth Fuchs sitzt in ihrem Wohnzimmer. / Foto: Martin Schutt/dpa/Archivbild
Die frühere Speerwerferin Ruth Fuchs sitzt in ihrem Wohnzimmer. / Foto: Martin Schutt/dpa/Archivbild

Die ehemalige Thüringer Weltklasse-Athletin Ruth Fuchs ist im Alter von 76 Jahren verstorben. Fuchs war die erste Frau, die einen Speer über 60 Meter geworfen hatte und holte insgesamt elf DDR-Meistertitel sowie zwei Olympiasiege. Nach ihrer sportlichen Karriere war Fuchs politisch aktiv und führte ein Modegeschäft.

Doppelte Speerwurf-Olympiasiegerin, Politikerin, Inhaberin eines Modegeschäfts: Nach einem abwechslungsreichen Leben ist die ehemalige Thüringer Weltklasse-Athletin Ruth Fuchs am Mittwoch im Alter von 76 Jahren in Jena gestorben. Das bestätigten Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und der Deutsche Leichtathletik-Verband unter Berufung auf das unmittelbare private Umfeld von Fuchs der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Die in Egeln bei Magdeburg geborene Fuchs war die erste Frau, die einen Speer über 60 Meter geworfen hatte. Zum Ende ihrer zwischen 1967 und 1980 dauernden Karriere im Leistungssport scheiterte die weltbeste Speerwerferin mit dem sechsten und letzten Weltrekord um vier Zentimeter an der 70-Meter-Marke. «Schon damals hatte es mich kurz geärgert, dass vier Zentimeter an den 70 Meter fehlten. Insgesamt ist das eine wunderschöne Zeit gewesen. Auf meine Leistungen bin ich stolz», sagte Fuchs einmal.

1967 holte sie ihren ersten von insgesamt elf DDR-Meistertiteln. Neben den Olympiasiegen in München 1972 und vier Jahre später in Montreal siegte die Athletin des SC Motor Jena auch zweimal bei Europameisterschaften, mehrmals beim Europacup sowie beim 1977 erstmals ausgetragenen Weltcup. Angesichts ihrer Erfolge wurde die nur drei Mal bezwungene Fuchs auch als die «Frau mit dem eisernen Arm» genannt.

Neben dem Sport studierte Fuchs an der DHfK in Leipzig und promovierte 1984. Nach der Wende saß Fuchs, die seit 1971 der SED angehörte, für die PDS bis 2002 im Bundestag. 1994 gab sie die Einnahme von Dopingmitteln zu. Ihr zweiter Mann und Trainer Karl Hellmann galt in der DDR als Dopingspezialist.

Nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag saß Fuchs noch bis 2009 im Thüringer Landtag. «Ein starkes Herz hat aufgehört zu schlagen», kommentierte Ramelow auf der Plattform X, vormals Twitter. An Fuchs gerichtet schrieb er, «manchmal warst du mir zu hart und manchmal zu kompliziert, aber immer warst du klar».

«Ruth nahm kein Blatt vor den Mund und war als Genossin ein "Pfundskerl" wie aus dem Bilderbuch - verlässlich, ehrlich, das Herz am rechten Fleck», schrieb Dietmar Bartsch, Chef der Linksfraktion im Bundestag, auf der Plattform X. Der Fraktionschef der Linken im Thüringer Landtag, Stefan Dittes, äußerte: «Ruth Fuchs wird nicht nur als eine herausragende Sportlerin und Politikerin in Erinnerung bleiben, sondern auch als eine engagierte und kämpferische Frau, die stets bereit war, anderen zu helfen.»

Nach der politischen Karriere führte Fuchs ein Modegeschäft in Jena. «Ich bin meinen Grundprinzipien immer treu geblieben, auch wenn ich dafür von vielen Seiten angespuckt wurde. Das war sehr lehr- und erlebnisreich», sagte Fuchs vor ihrem 70. Geburtstag. Noch bis in hohe Alter erreichten sie Autogrammkarten, berichtete sie.

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