Der sächsische Linke-Politiker Heiko Kosel hat die Anerkennung der Sorben als indigenes Volk gefordert. Damit verknüpfte er am Donnerstag das Recht der Sorben auf Selbstbestimmung in Bereichen wie Ressourcen und Umwelt, Bildung, politische Teilhabe und Selbstverwaltung. So ist es in der Konvention 169 der internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) festgehalten. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker haben bisher aber nur 23 Staaten diese ILO-Konvention ratifiziert, in Europa Norwegen, Dänemark, die Niederlande, Spanien und Luxemburg.
Laut Kosel sind im Bundestag bisher vier Versuche der Opposition zur Umsetzung der Menschenrechtsnorm erfolglos geblieben - unter anderem mit der Begründung, es gebe in Deutschland kein indigenes Volk. Das aber bestreitet der Linke-Politiker für die Sorben und Wenden und verweist auf die entsprechende ILO-Definition. Es sei notwendig, den Sorben wirkliche Mitbestimmungsrechte einzuräumen. Die bisherige Praxis der Sorbenräte bei den Landtagen in Sachsen und Brandenburg habe sich als nicht ausreichend erwiesen, weil Sorben dort nur das Recht auf Anhörung hätten.