Sorbisches Parlament (Serbski Sejm) versus Stiftung für das Sorbische Volk: Das Parlament begehrt seit langem eine Gleichbehandlung mit anderen Einrichtungen der slawischen Minderheit, die im Osten Sachsens und im Süden von Brandenburg beheimatet ist. Denn staatliche Institutionen verweigern der 2008 entstandenen frei gewählten Volksvertretung der Sorben und Wenden bis jetzt die Anerkennung. Das sorgt bei den Mitstreitern des Serbski Sejm zunehmend für Unmut.
Serbski Sejm beruft sich auf Völkerrecht zur Selbstbestimmung
Der Serbski Sejm beruft sich auf das Völkerrecht zur Selbstbestimmung und fordert eine Körperschaft des öffentlichen Rechts für das sorbische Volk, ähnlich vieler Religionsgemeinschaften und Universitäten. Das Parlament sieht einen eklatanten Widerspruch in dem Umstand, dass die Stiftung in ihrer Rechtsform keine politische Arbeit fördern darf, aber die von ihr finanzierten Institutionen wie die Domowina (Bund Lausitzer Sorben) die politische Repräsentanz des sorbischen Volkes ausfüllen sollen.
«Entweder darf die Stiftung tatsächlich nichts Politisches fördern, dann gäbe es für das sorbische Volk keine finanziell unterbaute Möglichkeit, sich politisch zu artikulieren geschweige denn zu formieren. Oder aber die Stiftung fördert auch politische Arbeit, dann wäre dafür aber ein demokratisch durch Wahlen legitimiertes Parlament an erster Stelle zu fördern», lautet die Argumentation des Serbski Sejm.
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