Gegen den geplanten Abriss von zwei Plattenbauten in Hoyerswerda regt sich Widerstand. Die Bürgerinitiative «Mitmachstadt» fordert den Erhalt der beiden Gebäude im Wohnkomplex (WK) I, dem zuerst entstandenen Quartier in der Neustadt. Die städtische Wohnungsgesellschaft will die weitgehend leer gezogenen Blöcke indes vom Markt nehmen. Geschäftsführer Steffen Markgraf nennt das vierte Quartal 2024 als dafür avisierten Zeitpunkt. Mit dem Vorhaben beschäftigt sich inzwischen auch das Landesamt für Denkmalpflege in Dresden. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger hatten sich in einem Schreiben an die Behörde gewandt - mit der Bitte, «die Schutzwürdigkeit von Wohnkomplex I als bauhistorisches Ensemble» zu prüfen.
Der Aufbau der Neustadt von Hoyerswerda hatte 1957 begonnen. Gerade im WK I seien die ersten Experimental- und Versuchsbauten der industriellen Plattenbauweise entstanden, führten die Unterzeichner des Briefes an. «Das Quartier ist eine räumliche Komposition und die Urzelle der Neustadt, die fasst man nicht an», sagt Olaf Winkler von der Initiative «Mitmachstadt Hoyerswerda». Obwohl der Stadtrat 2018 sogar ein «Abriss-Tabu für WK I» beschlossen habe, sei dort inzwischen ein Wohnblock verschwunden.