Vermüllte Wohnungen, alte Autos, Ruinen: Der Freistaat Sachsen macht jährlich gut 1000 Erbschaften. Lukrativ sind sie nur selten. Per Gesetz fallen vielmehr überschuldete Nachlässe oder solche an das Land, die gerade mal zur Begleichung der Gläubigerforderungen ausreichen. «Wir sind bemüht, innerhalb der Nachlassabwicklungen die "schwarze Null" zu halten», sagt der Leiter des Geschäftsbereichs Zentrales Flächenmanagement (ZFM) im Staatsbetrieb, Martin Oberacher. Meist handele es sich um Schulden auf Häusern und Konten, alte Autos, Ruinen oder zugemüllte Wohnungen sowie wertlosen Kram. «Dieser Trend setzt sich fort.»
Laut Statistik stellten die Nachlassgerichte 2020 in 1156 Fällen den Fiskus als Erben fest, das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau. Der Bestand erhöhte sich um 204 auf 4249 unfreiwillige Nachlässe, 952 Fiskalerbschaften wurden abgeschlossen. In rund einem Fünftel der Fälle geht es um Immobilien, wobei Häuser, Garagen, Kleingärten oder auch Gasthöfe oft überschuldet sind. «Die Kosten für Unterhaltung oder Entsorgung sind meist höher als das, was hereinkommt», sagt Oberacher.