Zum Abschluss des Evangelischen Kirchentages haben Zehntausende Gläubige einen Gottesdienst in Wittenberg gefeiert, der Wiege der Reformation. Die bunte Feier unter strahlend blauem Himmel auf den Elbwiesen bildete einen Höhepunkt des fünftägigen Glaubensfestes. Es begann am Mittwoch in Berlin, ehe die Teilnehmer nach Wittenberg weiterreisten. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm an dem Gottesdienst teil. Hinterher waren ein Picknick und ein Abschlusskonzert geplant. Die Veranstalter sprachen von 120 000 Gottesdienstbesuchern.
Der Primas der Anglikanischen Kirche in Südafrika, Erzbischof Thabo Makgoba, erinnerte in seiner Predigt an die historische Leistung des Reformators Martin Luther. «Er war einer der wahren Väter demokratischer Freiheit», sagte er. Die Reformation sei ein theologischer Wendepunkt, aber auch ein entscheidender Moment für die gesellschaftliche und politische Entwicklung der Menschheit. Sie betreffe nicht nur die Vergangenheit. «Interpretiert im heutigen Kontext, kann sie unser Leitfaden, unser inspirierendes GPS, unser globales Positionierungssystem für die nächsten 500 Jahre werden.»