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KI im sächsischen Mittelstand: Wie Firmenwissen datenschutzkonform nutzbar wird

Vier Mitarbeitende schauen gemeinsam auf einen Laptop im Besprechungsraum mit hellen Holzmöbeln
KI mit Plan: Mit einer freigegebenen Lösung und klaren Regeln nutzt das Team Firmenwissen sicher. / Foto: magnific.com

KI Texte oder Bilder, in Produktion und Logistik ist sie noch die Ausnahme. Daraus ergibt sich die praktische Frage: Welche Daten landen dabei in welchen Systemen?

Schatten-KI: Wenn private Tools Firmendaten verarbeiten

Dieses Risiko lässt sich konkret beschreiben. Wer einen Kundenvertrag in einen kostenlosen Chatbot kopiert, gibt das Dokument aus der Hand. Je nach Anbieter werden Eingaben gespeichert oder zum Training verwendet, und die Server stehen häufig außerhalb der EU. Für solche Übermittlungen gelten die Vorgaben der Art. 44 ff. DSGVO.

Ein Verbot allein verlagert die Nutzung meist nur ins Verborgene. Wirksamer ist eine freigegebene Alternative. Ein Beispiel aus der Region ist die clouditiv GmbH aus Auerbach im Vogtland mit ihrer KI-Plattform für Firmenwissen. Sie wird in Deutschland gehostet oder läuft auf eigener Hardware im Betrieb und nennt zu jeder Antwort die Fundstelle im Quelldokument.

Fünf Prüfkriterien für Unternehmens-KISechs Prüfkriterien für Unternehmens-KI

Vor der Auswahl eines Systems helfen diese Fragen:

  1. Speicherort und Betriebsmodell: Liegen die Daten in einem Rechenzentrum in Deutschland oder der EU, oder läuft das System sogar On-Premise?
  2. Auftragsverarbeitung: Gibt es einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO?
  3. Training: Ist vertraglich ausgeschlossen, dass Eingaben zum Modelltraining genutzt werden? Gilt bei externen Sprachmodellen Zero Data Retention?
  4. Rechtekonzept: Übernimmt die KI die bestehenden Zugriffsrechte aus SharePoint oder dem Fileserver? Gesperrte Dokumente dürfen in keiner Antwort auftauchen.
  5. Nachvollziehbarkeit: Nennt das System seine Quellen? Nur so lassen sich fehlerhafte Antworten, sogenannte Halluzinationen, prüfen.

Schritte zur KI-KompetenzKI-Kompetenz ist keine Kür

Am Anfang steht die Bestandsaufnahme: Welche KI-Tools nutzen die Beschäftigten bereits, offiziell und insbesondere inoffiziell? Darauf baut die schriftliche KI-Richtlinie auf. Laut Bitkom hatten 2025 erst ein Viertel der Unternehmen eine solche Richtlinie.

Für den Einstieg eignet sich ein klar abgegrenzter Anwendungsfall. Das kann die Suche in Handbüchern im Kundenservice sein oder die Beantwortung von Fragen zu Urlaub und Reisekosten. Die Ergebnisse lassen sich nach einigen Wochen an messbaren Größen prüfen, etwa der Suchzeit pro Anfrage. Schulungen und Freigaben gehören von Beginn an in die Dokumentation.

Unterstützung gibt es in der Region kostenfrei. Der KI-Hub Sachsen-Thüringen, koordiniert vom Mittelstand-Digital Zentrum Chemnitz, bietet Informationsveranstaltungen und begleitet erste KI-Projekte in kleinen und mittleren Unternehmen.