Der sächsische Landtag hat auf seiner letzten Sitzung der Wahlperiode einstimmig ein Moratorium für Kindertagesstätten beschlossen. Es sieht vor, die sinkende Kinderzahl als «demografische Rendite» zu nutzen und den Landeszuschuss für die Träger der Kitas auf dem aktuellen Niveau zu halten. Auf diese Weise sollen Entlassungen von Erzieherinnen und Erziehern vermieden werden. Der Landeszuschuss soll auch 2025 wie in diesem Jahr bei 920 Millionen Euro liegen. Nach den Worten von Kultusminister Christian Piwarz (CDU) wurden in den vergangenen Jahren mit großer Anstrengung Kita-Plätze ausgebaut und Geld in die pädagogische Ausbildung von Fachkräften investiert.
Sachsen will Abwanderung von Fachkräften vermeiden
«Es wäre fatal, jetzt die gut ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher nicht in unseren Kitas zu halten», betonte der Minister. Es gehe auch darum, die Absolventen der Fachschulen zu binden und nicht in westdeutsche Bundesländer abwandern zu lassen. Bundesweit würden pädagogische Fachkräfte händeringend gesucht. Sie fehlten dann in Sachsen, wenn die Kinderzahlen wieder ansteigen. Momentan gebe es beim Personal eine gute Alterspyramide, das solle auch so bleiben. Die Nutzung der demografischen Rendite sei auch wichtig, um die Förderung der Kinder in grundlegenden Fähigkeiten auszubauen.
Linke für jährliche Anpassung der Kita-Pauschale
Neben den Linken hatten auch die Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und SPD einen Antrag für ein solches Moratorium eingebracht. Dieser Antrag wurde am Ende einstimmig verabschiedet. Linke-Abgeordnete Juliane Nagel sah in der Fortschreibung des Zuschusses aber nur eine Notlösung. «Wir wollen die Kitas grundsätzlich anders finanzieren: Die Kita-Pauschale muss kräftig erhöht und künftig Jahr für Jahr angepasst werden.» Man könne es sich nicht leisten, dass Erzieherinnen und Erzieher ausbrennen oder abwandern, weil Kitas schließen. Die Kinder verdienten Fachkräfte, die Zeit für sie haben.