Herbe Stimmenverluste bei Wahlen, viele Austritte von Mitgliedern und Sexismus-Vorwürfe in der Bundespartei: Bei Sachsens Linken schrillen die Alarmglocken. «Wir brauchen nichts zu beschönigen: Wir stehen vor einer der größten Zerreißproben unserer Parteigeschichte», konstatierte Landeschefin Susanne Schaper am Samstag beim Parteitag in Annaberg-Buchholz. «Wir alle müssen uns endlich zusammenreißen und anfangen, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten.» Sie mahnte zu einem Umgang mit Anstand und Respekt; andersdenkende Mitglieder dürften nicht als politischer Feind gesehen und bekämpft werden. «Das muss ein Ende haben.»
Die tiefe Krise der Linken ist spätestens seit dem Rücktritt von Co-Bundeschefin Susanne Hennig-Wellsow offenkundig. Ihren Schritt hatte sie auch mit dem Umgang ihrer Partei mit Sexismus-Vorwürfen begründet. Bei den vergangenen Landtagswahlen im Saarland und Schleswig-Holstein war die Linke in der Wählergunst abgestürzt auf nur noch 2,6 und 1,7 Prozent. Auch in Sachsen hatte sie bei den Wahlen zum Landtag und Bundestag zuletzt stark an Stimmen eingebüßt.