Der tschechische Präsident Petr Pavel sieht die Diplomatie in der Pflicht, für ein Ende des Ukraine-Krieges zu sorgen. Es müsse darauf gedrängt werden, auf diplomatischem Weg zu einer Beendigung des Konfliktes zu kommen, sagte Pavel am Freitag bei einem Besuch in Dresden.
Um Verhandlungen aufnehmen zu können, müsse der Wille beider Seiten dazu vorhanden sein und es müsse eine Öffnung für Vorschläge der anderen Seite geben. «Es kann nicht sein, dass eine Seite mit Ultimaten die Verhandlungsbedingungen einseitig einschränkt und diktiert.» Pavel war auf Einladung des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) nach Dresden gekommen.
Der tschechische Präsident sagte, Kriege führten häufig zu einer vollständigen Erschöpfung beider Kriegsparteien mit hohen Verlusten und ohne Geländegewinn. Deshalb sei es wichtig, Konflikte ohne Kriege zu lösen.
Auch im aktuellen Krieg in der Ukraine würden beide Seiten ihre Ziele nicht völlig durchsetzen können. Deswegen müsse man darauf achten, dass die Ukraine die Teile, die sie jetzt noch habe, auch verteidigen könne. Man stimme mit Deutschland überein, dass es in dieser Situation keine andere Wahl gebe, als der Ukraine zu helfen, denn es gehe um prinzipielle Fragen wie die, in welcher Art von Welt man leben wolle.