Der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) wirbt mit Blick auf die Zukunft des VW-Standortes in Zwickau-Mosel weiter für eine chinesische Beteiligung. Es gehe ihm um die Zusammenarbeit mit bestehenden Joint Ventures, an denen VW bereits beteiligt ist, sagte er im Landtag. Man brauche einen realistischen Blick auf den Automobilmarkt. «Chinesische Marken werden auf dem europäischen Markt so oder so weiterkommen. Sie werden Fuß fassen. Wir sollten damit pragmatisch umgehen und dafür sorgen, dass Sachsen davon profitiert.»
Investitionen nach klaren europäischen Regeln
Panter stellte klar, dass China in vielen Bereichen der Elektromobilität kein Entwicklungsland ist. «Im Gegenteil, sie sind Innovationstreiber und teilweise Vorreiter. Davon können auch wir profitieren, sei es bei Batterietechnik oder Software.» Zugleich müsse man darauf achten, dass Investitionen nach klaren europäischen und deutschen Regeln und Standards stattfinden. Staatlichen Einfluss aus China lehne er ab. Für das Joint Venture ist nach Ansicht von Panter die Halle 5 in Zwickau prädestiniert. Sie werde Ende 2027 leer gezogen, da die Produktion des ID.3 nach Wolfsburg abwandere.
Linke und Grüne sehen chinesische Beteiligung kritisch
In einer anschließenden Debatte stieß Panter mit seinen Überlegungen vor allem bei den Grünen und Linken auf Widerstand. Wolfram Günther (Grüne) attestierte China «knallharte Strategien», um den Markt zu dominieren. China sei einer der «aggressivsten Staaten dieser Erde, was auch Spionage anbelangt». Linke-Fraktionschefin Susanne Schaper warnte vor Naivität. «Wer chinesische Investoren nur als Heilsbringer sieht, ignoriert Konfliktpotenzial.» Das zeige etwa der Arbeitskampf beim Unternehmen Metalfloat in Espenhain, das zu einem chinesischen Konzern gehört.