Der Ostbeauftragte Carsten Schneider sieht durch die Standort-Entscheidung des US-Chipherstellers Intel für Magdeburg wirtschaftliche Chancen auch im Norden Thüringens. Er gehe davon aus, dass die Großinvestition weit über Sachsen-Anhalt hinaus ausstrahle und Berufspendler, aber auch Investoren und Zulieferer anziehe. «Das wird auch Nordthüringen zugute kommen», sagte der SPD-Politiker am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.
Ein ähnlicher Effekt sei bereits in Arnstadt mit dem Bau eines Batteriewerks durch den chinesischen CATL-Konzern zu beobachten, der rund 1,8 Milliarden Euro investiere und 2000 Arbeitsplätze plane. Er habe eine Sogwirkung auch über sein direktes Umfeld hinaus. Intel, CATL und Tesla in Brandenburg seien Symbole dafür, «dass die High-Tech-Industrie in den Osten geht».
Nach seinem Antrittsbesuch bei der Thüringer Landesregierung in Erfurt sagte Schneider, Ostdeutschland könne bei Großinvestoren mit Flächen, aber auch grünem Strom punkten. «Das ist ein Wettbewerbsvorteil, den wir nutzen sollten.» Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sprach von einem möglichen Investitionsprojekt in Nordthüringen, ohne konkreter zu werden. Möglicherweise falle eine Entscheidung bis Herbst. «Ich erwarte, dass der Ostbeauftragte das begleitet», sagte Ramelow.