Vor der schnellen Übernahme der D-Mark und einer radikalen Privatisierungswelle von DDR-Betrieben hat es nach Ansicht der früheren DDR-Wirtschaftsministerin Christa Luft früh viele Warnungen gegeben. «Die Treuhand agierte im Interesse, ja man muss es so sagen, des westdeutschen Kapitals», sagte Luft am Dienstag vor dem Treuhand-Untersuchungsausschuss im Thüringer Landtag. Nach dem Angebot des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU), die D-Mark in der DDR einzuführen, habe sie etwa dem damaligen Finanzstaatssekretär Horst Köhler (CDU) ihre Bedenken zu möglichen Folgen mitgeteilt.
Auch sei gewarnt worden, das Vorhaben sei in etwa so, als würde man einen Amateurboxer gegen einen Profiboxer antreten lassen. Luft sagte, dass die Treuhand während der Regierung unter DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière umfunktioniert worden sei zu einer «totalen Privatisierungsbehörde». Als Folgen nannte Luft unter anderem Millionen Arbeitslose, eine kleinteilige Wirtschaft und eine Umverteilung der Märkte. Sie kritisierte auch das Tempo der Privatisierungen.