Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat seinem grünen Koalitionspartner beim Thema Energiewende «ideologische Scheuklappen» vorgeworfen. «Bei den Grünen geht es nicht darum, was vernünftig ist, was ökonomisch richtig ist. Es geht nur ums Parteiprogramm», sagte er bei einer Debatte der Spitzendkandidaten zu Landtagswahl am 1. September, die die «Sächsische Zeitung», die «Freie Presse» und die «Leipziger Volkszeitung» in Dresden organisiert hatten.
Die Energiewende, wie sie jetzt betrieben werde, sei gescheitert, man müsse sie neu auflegen. «Wir werden das auch hinkriegen, aber wir müssen alle ideologischen Scheuklappen wegnehmen», sagte Kretschmer. Man müsse auch über Atomkraft und heimisches Gas sprechen.
Katja Meier, Spitzenkandidatin der Grünen und aktuell Justizministerin, widersprach Kretschmer. Die Energiewende sei nicht gescheitert. CDU und SPD hätten allerdings nur den Ausstieg aus Atomkraft und Kohle geplant, nicht aber den Einstieg in die erneuerbaren Energien. Genau das hätten die Grünen aber im Bund und in Sachsen getan.