Die Grünen haben ihre Forderung nach einem früheren Kohleausstieg in Ostdeutschland bekräftigt. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Michael Kellner (Grüne), sagte am Samstag auf einem Landesparteitag in Zerbst (Landkreis Anhalt-Bitterfeld), man streite und kämpfe für einen Ausstieg 2030. «Was NRW kann, das kann Ostdeutschland auch», sagte Kellner und erhielt dafür viel Applaus der Delegierten.
Kellner sagte am Samstag, dass die ostdeutschen Länder mit der Verfügbarkeit von grüner Energie Standortvorteile hätten. Ein Grund für die Ansiedlung des US-Chipherstellers Intel in Magdeburg sei der hohe Anteil an erneuerbaren Energien in Sachsen-Anhalt gewesen, so Kellner.
Der Staatssekretär übte zudem deutliche Kritik an der CDU. Die Union wolle Probleme «anbellen» und nicht lösen, sagte er mit Blick auf die jüngste Debatte ums Bürgergeld. Auch Fraktionschefin Cornelia Lüddemann arbeitete sich an der CDU ab. Diese feiere Verbrennungsmotor und Atomkraft im Landtag, eine sachliche Debatte sei im Parlament kaum möglich. Die CDU stehe «auf der dunklen Seite des Gestrigen», sagte Lüddemann.
Die Fraktionschefin ging auch mit der eigenen Partei ins Gericht. Diese wolle sie manchmal ein «bisschen durchschütteln». Man beschäftige sich allzu oft mit sich selbst, agiere in einer «eigenen Blase» und setze zu wenig bei den Problemen der Menschen in diesem Land an. Die Grünen hätten die richtigen Ziele und Argumente, sagte Lüddemann. «Aber was wir noch mehr brauchen, ist, glaube ich, dass wir die Menschen auf der Gefühlsebene ansprechen.» Fakten müssten emotionaler rübergebracht und Lösungen für Probleme im Radverkehr oder beim Klimaschutz besser transportiert werden.