Jüdische Kultur soll nach dem Willen der Grünen im Landtag dauerhaft in Sachsen sichtbar bleiben. In einem Antrag im Parlament setzt sich die Fraktion dafür ein, die mit dem aktuellen Themenjahr «Tacheles» entstandenen Strukturen, Netzwerke und Angebote über das Jahr hinaus zu sichern und weiterzuentwickeln. Konkret fordert sie unter anderem eine landesweite Anlaufstelle für die Koordination und Vermittlung jüdischer Kultur und Geschichte sowie die Fortsetzung des Förderprogramms «Jüdisches Leben in Kunst und Kultur» bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. «Das Themenjahr 'Tacheles' hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig und lebendig jüdische Kultur in Sachsen ist. Diese neue Sichtbarkeit darf nicht mit Jahresfrist verschwinden. Was an Wissen, Netzwerken und Angeboten entstanden ist, müssen wir jetzt sichern und weiterentwickeln. Jüdisches Leben gehört zu Sachsen - zu unserer Geschichte, unserer Gegenwart und unserer Zukunft», sagte Kulturexpertin Claudia Maicher der Deutschen Presse-Agentur. Dafür brauche man neben den vielen engagierten Akteurinnen und Akteuren auch nach dem Themenjahr verlässliche Strukturen und Unterstützung. Gerade kleinere Initiativen und Projekte in der Fläche brauchen Beratung, Vernetzung und eine dauerhafte Förderung, betonte die Grünen-Politikerin: «Unser Ziel ist, dass jüdische Kultur nicht nur punktuell sichtbar wird, sondern selbstverständlich zum kulturellen Leben in ganz Sachsen gehört.» Der Antrag fordert die sächsische Regierung auch auf, dem Landtag ein Konzept vorzulegen, wie die Förderung jüdischer Kultur langfristig weiterentwickelt werden kann. Dabei sollen jüdische Organisationen sowie weitere zivilgesellschaftliche und fachliche Akteure eng beteiligt werden. «Dass wir diesen Antrag am Tag der Feierstunde zu 100 Jahren Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden in den Landtag einbringen, ist ein bewusstes Zeichen. Jüdisches Leben ist seit Jahrhunderten Teil Sachsens. Es sichtbar zu machen und zu fördern, dafür tragen wir Verantwortung - jetzt und in Zukunft», hob Fraktionschefin Franziska Schubert hervor. Das gelte gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder lauter und sichtbarer wird. «Ein lebendiges jüdisches Leben gehört selbstverständlich zu einem offenen, demokratischen und vielfältigen Freistaat - von Leipzig über Dresden bis Görlitz, überall», sagte Schubert. Die Feierstunde findet am kommenden Mittwoch statt. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenThemenjahr zeigt Vielfalt jüdischer Kultur in Sachsen
Regierung soll Konzept zur Förderung jüdischer Kultur vorlegen
Feierstunde 100 Jahre Landesverband der Jüdischen Gemeinde