35 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung glaubt etwa jeder dritte Bundesbürger, dass Ost- und Westdeutsche mehr trennt als sie gemeinsam haben. Nach einer repräsentativen YouGov-Umfrage sind 30 Prozent der Meinung, dass die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen überwiegen. Nur 16 Prozent glauben, dass Gemeinsamkeiten dominieren. 40 Prozent denken demnach, dass sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede die Waage halten, 13 Prozent sind in dieser Frage unentschlossen.
Vergleich zu 2019: Mehr Ostdeutsche sehen wachsende Kluft
Der Vergleich mit Daten aus dem Jahr 2019 zeigt laut YouGov, dass nach Meinung der Bürgerinnen und Bürger in den ostdeutschen Ländern die Kluft zwischen Ost und West wächst. Damals glaubten 34 Prozent der Ostdeutschen, dass die Unterschiede überwiegen – heute sind es 9 Prozentpunkte mehr. 15 Prozent meinten damals, dass die Gemeinsamkeiten überwiegen.
Die Wahrnehmung von Bürgerinnen und Bürgern aus den westdeutschen Bundesländern hat sich YouGov zufolge dagegen kaum verändert: 2019 waren 25 Prozent der Meinung, dass es mehr Unterschiede gibt und 19 Prozent glaubten, dass die Gemeinsamkeiten überwiegen.
Auch andere Umfragen zeigen Entfremdung
Auch andere Umfragen zeigen eine Entfremdung zwischen Ost und West. So sagten laut einer kürzlich veröffentlichten Forsa-Umfrage nur noch 35 Prozent der gut 1.000 Befragten, Ost- und Westdeutschland seien mittlerweile weitgehend zu einem Volk zusammengewachsen. Für 61 Prozent überwiegt eher das Trennende – in Ostdeutschland sagen das demnach sogar 75 Prozent.
Laut einer weiteren Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa sagt nur etwa jeder zweite Ostdeutsche, er empfinde die Einheit als Gewinn für sich. 19 Prozent sehen laut der Umfrage im Auftrag der Zeitschrift «Superillu» die Einheit als nachteilig für ihr Leben. Weitere 21 sind demnach der Meinung, die Einheit habe keinen Einfluss auf ihr Leben gehabt.
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