Die im Landratsamt Pirna kurz nach dem Aufbau wieder entfernte Ausstellung ««Es ist nicht leise in meinem Kopf» über Geflüchtete in Sachsen ist doch als Beitrag der Interkulturellen Woche in der Stadt zu sehen - in der Klosterkirche. «Wir Christen treten für die ein, die als die Schwächsten oft unter die Räder kommen und kein Gehör finden», schrieb Pfarrer Vinzenz Brendler auf der Homepage der katholischen Gemeinde. «Diesen Menschen mit einer Ausstellung Gesicht und Stimme zu geben, ist in einer christlichen Gemeinde nicht nur möglich, sondern auch geboten.»
Behörde begründete Schritt mit Beschwerden
Nach Beschwerden von Bürgern entschied das Landratsamt in der vergangenen Woche unter Verweis auf das Hausrecht, die gerade im Foyer aufgebaute Ausstellung wieder abzuhängen. Begründet wurde das mit Polarisierung und Beschwerden über negative Äußerungen der Schutzsuchenden, Unmut und Unbehagen bei Besuchern und Mitarbeitern und eine aufgeheizte Stimmung. Das Vorgehen löste in Stadt, Landkreis und bundesweit heftige Kritik aus.
Ausstellung bereits an anderen Orten
Die vom Flüchtlingsunterstützerkreis Schwarzenberg organisierte Wanderausstellung wurde seit Juli 2023 ohne Probleme an anderen Orten im Freistaat gezeigt, darunter im Landtag. Sie soll existierende Vorurteile gegenüber Geflüchteten in der Bevölkerung abbauen helfen, über deren Sorgen und Ängste informieren und aufklären und für mehr Verständnis und Akzeptanz werben. Die Porträtierten berichten von ihrem Leben in der Heimat, den Gründen zur Flucht sowie den Erfahrungen bei ihrem Start in Deutschland.