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Wettskandal erschüttert tschechischen Fußball

Wettskandal erschüttert tschechischen Fußball
Symbolbild tschechischer Fußball / pixabay planet_fox
In Tschechien läuft ein beispielloser Polizeieinsatz gegen mutmaßliche Spielmanipulationen. Dutzende wurden festgenommen, der Verband will Verfahren gegen 47 Beteiligte einleiten.

Ein mutmaßlicher Wettskandal erschüttert am Dienstag den Fußball in Tschechien. Bei einer großangelegten Razzia nahm die Polizei mehrere Dutzend Verdächtige vorübergehend fest. Wie der Tschechischer Fußballverband FAČR und Vertreter der Staatsanwaltschaft mitteilten, stehen Spielmanipulation und Wettbetrug im Raum. Seit den frühen Morgenstunden durchsuchten Ermittler zahlreiche Wohnungen und andere Objekte, parallel wurden Verdächtige verhört. Nach Angaben des Verbands handelt es sich um die bislang größte Polizeiaktion in der Geschichte des tschechischen Fußballs. Darüber berichtete zunächst auch der Nachrichtenserver isport.blesk.cz.

In die Ermittlungen sind neben der nationalen Polizei auch Europol und Interpol eingebunden. Zudem erfolgt die Abstimmung mit der Anti-Matchfixing-Einheit der UEFA. Den aktuellen Maßnahmen gingen rund dreijährige Untersuchungen voraus, die sich auf verdächtige Spiele seit dem Jahr 2023 konzentrieren. Betroffen sind laut Berichten mehr als 40 Personen, darunter Spieler, Schiedsrichter, Funktionäre und Vereinsvertreter. Die Vorwürfe betreffen Wettbewerbe von der ersten bis zur vierten Liga sowie Partien im Nachwuchsbereich. In mehreren Fällen prüfen die Ermittler auch, ob Spiele gezielt beeinflusst wurden, um bestimmte Ergebnisse herbeizuführen.

FAČR-Präsident David Trunda berief am Dienstag eine außerordentliche Sitzung des Vorstands ein und informierte das Exekutivkomitee über den Stand der Ermittlungen. Die Ethikkommission leitete zeitgleich 47 Disziplinarverfahren ein. Der Verband arbeite seit Beginn eng mit den Behörden zusammen, erklärte Trunda. Ziel sei es, mögliche kriminelle Netzwerke dauerhaft aus dem Fußball zu entfernen.

Weitere Details nannten die Behörden zunächst nicht. Die Ermittlungen dauern an, zusätzliche Maßnahmen und Verfahren sind nicht ausgeschlossen.