Ein mutmaßlicher Wettskandal erschüttert am Dienstag den Fußball in Tschechien. Bei einer großangelegten Razzia nahm die Polizei mehrere Dutzend Verdächtige vorübergehend fest. Wie der Tschechischer Fußballverband FAČR und Vertreter der Staatsanwaltschaft mitteilten, stehen Spielmanipulation und Wettbetrug im Raum. Seit den frühen Morgenstunden durchsuchten Ermittler zahlreiche Wohnungen und andere Objekte, parallel wurden Verdächtige verhört. Nach Angaben des Verbands handelt es sich um die bislang größte Polizeiaktion in der Geschichte des tschechischen Fußballs. Darüber berichtete zunächst auch der Nachrichtenserver isport.blesk.cz.
In die Ermittlungen sind neben der nationalen Polizei auch Europol und Interpol eingebunden. Zudem erfolgt die Abstimmung mit der Anti-Matchfixing-Einheit der UEFA. Den aktuellen Maßnahmen gingen rund dreijährige Untersuchungen voraus, die sich auf verdächtige Spiele seit dem Jahr 2023 konzentrieren. Betroffen sind laut Berichten mehr als 40 Personen, darunter Spieler, Schiedsrichter, Funktionäre und Vereinsvertreter. Die Vorwürfe betreffen Wettbewerbe von der ersten bis zur vierten Liga sowie Partien im Nachwuchsbereich. In mehreren Fällen prüfen die Ermittler auch, ob Spiele gezielt beeinflusst wurden, um bestimmte Ergebnisse herbeizuführen.