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Tschechische Krankenhäuser unter Druck: Blutspende-Mangel

Tschechische Krankenhäuser unter Druck: Blutspende-Mangel
Symbolbild Blutspende / pixabay mostlimb
Von: News aus Tschechien
Spenderregister in Tschechien altern, junge Erstspender fehlen. Kliniken kämpfen um stabile Blutvorräte, während kommerzielle Plasmazentren zulegen.

Tschechische Krankenhäuser sehen die Versorgung mit Blutspenden zunehmend unter Druck. Landesweit fehlten nach Angaben von Fachleuten zwischen 80.000 und 100.000 freiwillige, unentgeltliche Blutspender, sagte Daniela Dušková, Leiterin der Transfusionsabteilung der Všeobecná fakultní nemocnice v Praze, gegenüber Novinky.cz. „Wir müssten unser Register um rund sechstausend regelmäßige Spender erweitern.“ Die Entwicklung erschwere es Kliniken, stabile Vorräte an Blut- und Transfusionspräparaten vorzuhalten, meldet Tschechien.News.

Auch die Fakultní Thomayerova nemocnice im Prager Stadtteil Krč meldet eine alternde Spenderbasis. Sprecher Petr Sulek erklärte, das Spenderregister werde älter und zugleich kleiner, junge Spender kämen nur wenige nach. Besonders problematisch ist der Rückgang bei jungen Erstspendern. Jedes Jahr verliere man unwiederbringlich Hunderte Spender – meist aus Altersgründen, gesundheitlichen Problemen oder durch Umzug. Verantwortliche Kliniker berichten, dass die nach 2000 geborenen Jahrgänge zahlenmäßig schwächer sind und die altersbedingt ausscheidenden Spender nicht ersetzen können. 

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Als möglicher Faktor gilt der Aufschwung kommerzieller Zentren für bezahlte Plasmaspenden. Während es zunehmend schwierig sei, klassische Blutpräparate für Patienten in tschechischen Kliniken zu sichern, ist Tschechien bei der Gewinnung von Plasma für die industrielle Verarbeitung äußerst erfolgreich. Experten schätzen, dass drei- bis viermal so viel Plasma entnommen werde, wie für den eigenen Bedarf notwendig wäre. Kritiker sehen darin einen Wettbewerb um potenzielle Spender.

Blut spenden kann man nahezu in jeder Kreisstadt; eine vorherige Untersuchung beim Hausarzt ist nicht erforderlich, alle notwendigen Schritte erfolgen vor Ort. Kliniken und Blutspendedienste appellieren an gezielte Nachwuchsgewinnung und Aufklärung, um die Versorgung langfristig zu sichern. Weitere Informationen bietet das Tschechische Rote Kreuz auf seiner Webseite.

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