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Tschechiens Regierung schafft Rundfunkgebühren ab

Tschechiens Regierung schafft Rundfunkgebühren ab
Die Regierung Babiš ersetzt die Rundfunkgebühren zukünftig durch Staatsfinanzierung. Foto: Vláda České republiky
Von: News aus Tschechien
Die Regierung von Andrej Babiš hat die Abschaffung der Rundfunkgebühren für Česká televize und Český rozhlas beschlossen. Beide Sender sollen künftig direkt aus dem Staatshaushalt finanziert werden – mit deutlich weniger Mitteln als bisher.

Die Regierung von Premierminister Andrej Babiš hat einen Gesetzentwurf zur Neuregelung der Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien in Tschechien beschlossen. Das teilte die Regierung mit. Künftig sollen die Rundfunkgebühren für das Fernsehen Česká televize (ČT) und den Hörfunk Český rozhlas (ČRo) abgeschafft und durch eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt ersetzt werden. Für das kommende Jahr sieht der Entwurf 5,74 Milliarden Kronen für ČT und 2,065 Milliarden Kronen für ČRo vor – ein automatischer Anpassungsmechanismus soll die Beiträge bei einer kumulierten Inflation von mehr als zehn Prozent erhöhen.

Die geplanten Mittel liegen deutlich unter den aktuellen Budgets beider Institutionen: für ČT rund eine Milliarde Kronen weniger, für ČRo mehr als 400 Millionen Kronen weniger. Babiš verteidigte die Reform und verwies darauf, dass beide Sender durch den Wegfall der Gebührenverwaltung jährlich 250 Millionen Kronen einsparen könnten. „Wir sind der Meinung, dass beide Institutionen kein Interesse daran gezeigt haben, zu sparen. In ganz Europa wird gespart, diese beiden Medien sparen nicht, und niemand kontrolliert sie", erklärte er. Die Abschaffung der Rundfunkgebühren sei Teil des Regierungsprogramms gewesen.

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Zusätzlich unterstützte die Regierung eine parlamentarische Novelle, die dem Obersten Rechnungshof (NKÚ) künftig die Kontrolle der Wirtschaftsführung von ČT und ČRo ermöglichen würde. Bislang liegt diese Kontrolle bei den jeweiligen Rundfunkräten, deren Jahresberichte vom Abgeordnetenhaus geprüft werden.

Die Spitzen beider Sender reagierten mit deutlicher Kritik. ČT-Generaldirektor Hynek Chudárek bezeichnete die am Montag vorgestellten Bedingungen als „inakzeptabel" und kündigte Widerstand an: „Wir müssen gegen diesen Vorschlag kämpfen." ČRo-Generaldirektor René Zavoral zeigte sich offen für weitere Gespräche, äußerte jedoch Zweifel an deren Erfolgsaussichten und bezeichnete sich als „eher pessimistisch". Eine Umstellung des Finanzierungssystems bereits zum 1. Januar 2027 sei aus seiner Sicht kaum realisierbar – vor allem wegen der voraussichtlich langen Dauer des Gesetzgebungsverfahrens. Zavoral verwies zudem darauf, dass die Opposition bereits angekündigt habe, eine mögliche Verstaatlichung von ČT und ČRo im Abgeordnetenhaus mit Verzögerungstaktiken zu blockieren. Auch im Senat sei mit kritischen Reaktionen zu rechnen.

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