Tschechien plant den Bau von drei kleinen modularen Reaktoren (SMR) und will sich damit als wichtiger Akteur in der europäischen Nuklearindustrie etablieren. Wie Industrieminister Karel Havlíček nach einem Besuch beim Nukleartechnikunternehmen Škoda JS in Pilsen erklärte, sind die Standorte Temelín, Dětmarovice und Tušimice für die ersten Projekte vorgesehen. Darüber hinaus werde die Regierung weitere mögliche Standorte prüfen.
Nach Angaben Havlíčeks soll das Vorhaben weit über die nationale Energieversorgung hinausreichen. Ziel sei es, tschechische Unternehmen fest in die entstehende europäische Lieferkette für kleine modulare Reaktoren einzubinden. Das Projekt sei daher nicht nur als tschechisches, sondern als gesamteuropäisches Vorhaben zu verstehen.
Kleine modulare Reaktoren gelten als eine der vielversprechendsten Technologien der nächsten Generation in der Kernenergie. Sie sind deutlich kompakter als klassische Kernkraftwerke und sollen schneller sowie kostengünstiger errichtet werden können. Mehrere europäische Staaten setzen inzwischen auf die Entwicklung entsprechender Anlagen, um ihre Energieversorgung langfristig zu sichern und gleichzeitig die Klimaziele zu erreichen.