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Tschechien plant drei Mini-Atomkraftwerke und setzt auf europäische Führungsrolle

Tschechien plant drei Mini-Atomkraftwerke und setzt auf europäische Führungsrolle
Tschechien plant den Bau von drei kleinen modularen Reaktoren und setzt dabei auf die Expertise des Unternehmens Škoda JS in Pilsen. Foto: MPO Ministerstvo průmyslu a obchodu
Von: News aus Tschechien
Tschechien treibt den Ausbau der Kernenergie weiter voran. Geplant sind drei kleine modulare Reaktoren an den Standorten Temelín, Dětmarovice und Tušimice. Gleichzeitig soll die heimische Industrie von der erwarteten europäischen Nachfrage nach der neuen Reaktortechnologie profitieren.

Tschechien plant den Bau von drei kleinen modularen Reaktoren (SMR) und will sich damit als wichtiger Akteur in der europäischen Nuklearindustrie etablieren. Wie Industrieminister Karel Havlíček nach einem Besuch beim Nukleartechnikunternehmen Škoda JS in Pilsen erklärte, sind die Standorte Temelín, Dětmarovice und Tušimice für die ersten Projekte vorgesehen. Darüber hinaus werde die Regierung weitere mögliche Standorte prüfen.

Nach Angaben Havlíčeks soll das Vorhaben weit über die nationale Energieversorgung hinausreichen. Ziel sei es, tschechische Unternehmen fest in die entstehende europäische Lieferkette für kleine modulare Reaktoren einzubinden. Das Projekt sei daher nicht nur als tschechisches, sondern als gesamteuropäisches Vorhaben zu verstehen.

Kleine modulare Reaktoren gelten als eine der vielversprechendsten Technologien der nächsten Generation in der Kernenergie. Sie sind deutlich kompakter als klassische Kernkraftwerke und sollen schneller sowie kostengünstiger errichtet werden können. Mehrere europäische Staaten setzen inzwischen auf die Entwicklung entsprechender Anlagen, um ihre Energieversorgung langfristig zu sichern und gleichzeitig die Klimaziele zu erreichen.

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Eine zentrale Rolle spielt dabei das Unternehmen Škoda JS. Die Firma gehört zur ČEZ-Gruppe und wurde im Mai vom britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR als einer von zwei Lieferanten für wichtige Reaktorkomponenten ausgewählt. Dazu zählen unter anderem Reaktordruckbehälter, interne Reaktorbauteile und Komponenten des Primärkreislaufs.

Bereits seit dem vergangenen Jahr hält ČEZ einen Anteil von 20 Prozent an Rolls-Royce SMR. Die Partnerschaft soll tschechischen Unternehmen den Zugang zu einem wachsenden internationalen Markt ermöglichen. Havlíček erklärte, dass Bauteile aus Tschechien künftig bei rund zehn Prozent der weltweit ausgelieferten kleinen modularen Reaktoren zum Einsatz kommen könnten.

Nach Angaben von Škoda-JS-Vorstandschef Karel Bednář arbeitet das Unternehmen seit fast drei Jahren mit Rolls-Royce SMR zusammen. Inzwischen seien Verträge zur Vorbereitung der Produktion wichtiger Großkomponenten abgeschlossen worden. Die eigentlichen Lieferverträge sollen folgen, sobald die ersten Reaktorprojekte in die Bauphase eintreten.

Die ersten drei SMR-Anlagen von Rolls-Royce sollen in Wales entstehen. Nach derzeitigen Planungen könnte der erste britische Reaktor Mitte der 2030er Jahre in Betrieb gehen. Der erste tschechische SMR soll nach Einschätzung Havlíčeks etwa ein Jahr später folgen.

Mit dem Ausbau der Kernenergie verfolgt Tschechien das Ziel, seine langfristige Energieversorgung abzusichern und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Die geplanten SMR-Projekte ergänzen dabei die bereits laufenden Vorhaben zum Ausbau der bestehenden Kernkraftwerksstandorte Temelín und Dukovany.

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