Logo Die Sachsen News
Nachrichten / News aus Tschechien

Tschechien: Jeder zehnte Haushalt in Geldnot wegen Spritpreisen

Tschechien: Jeder zehnte Haushalt in Geldnot wegen Spritpreisen
Symbolbild Tankstelle / pixabay Engin_Akyurt
Von: News aus Tschechien
Steigende Kraftstoffpreise sorgen in Tschechien für finanzielle Belastungen. Laut einer STEM-Umfrage ist etwa jeder zweite Haushalt betroffen. Besonders Besitzer von Dieselfahrzeugen kämpfen mit den Folgen der Preisentwicklung.

Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise setzen viele Haushalte in Tschechien zunehmend unter Druck. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts STEM hervor, die zwischen dem 22. und 30. April durchgeführt wurde. Demnach spürt etwa die Hälfte der Haushalte die Auswirkungen der höheren Preise für Benzin und Diesel bereits deutlich.

Nach Angaben von STEM mussten 41 Prozent der Haushalte ihre Ausgaben aufgrund der gestiegenen Spritpreise einschränken. Weitere elf Prozent geraten nach eigener Einschätzung sogar in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Besonders betroffen sind Besitzer von Dieselfahrzeugen. Rund zwei Drittel dieser Haushalte berichten von negativen Auswirkungen, während bei Benzinfahrern etwa 55 Prozent betroffen sind.

Die Kraftstoffpreise waren nach den amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar und Anfang März deutlich gestiegen. Aktuell liegt der durchschnittliche Preis für Benzin und Diesel in Tschechien bei knapp 43 Kronen pro Liter. Vor allem Diesel verteuerte sich zunächst besonders stark, später verringerte sich der Preisunterschied zwischen beiden Kraftstoffarten wieder.

Mehr aus dieser Kategorie

Laut STEM hängt die Wahrnehmung der Belastung stark von der finanziellen Situation der Haushalte ab. Drei Viertel der wirtschaftlich gut abgesicherten Familien gaben an, bislang keine größeren Probleme durch die höheren Preise zu haben. Anders sieht es bei einkommensschwächeren Haushalten aus, die deutlich häufiger sparen müssen.

Um die Mehrkosten auszugleichen, suchen viele Menschen gezielt günstigere Tankstellen auf, reduzieren Autofahrten oder sparen an anderer Stelle im Alltag. Auch Haushalte ohne eigenes Auto oder mit alternativen Antrieben spüren die Preisentwicklung indirekt, etwa durch steigende Kosten für Waren und Dienstleistungen.

Die Umfrage zeigt zudem eine pessimistische Stimmung mit Blick auf die kommenden Monate. Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet in den nächsten sechs Monaten mit weiter steigenden Preisen. Fast ein Drittel erwartet sogar einen deutlichen Anstieg. Nur acht Prozent gehen von stabilen Preisen aus, während lediglich zwei Prozent mit sinkenden Kosten rechnen.

Positiv bewertet wird von einem Teil der Bevölkerung das Vorgehen der Regierung. Laut STEM sehen 27 Prozent der Befragten staatliche Maßnahmen als hilfreich an. Unter Besitzern von Dieselfahrzeugen liegt dieser Anteil mit 37 Prozent deutlich höher.

Analyst Martin Kratochvíl von STEM weist jedoch darauf hin, dass sich die vollständigen Auswirkungen der Preissteigerungen möglicherweise erst in den kommenden Monaten zeigen werden, da sich die Entwicklung zum Zeitpunkt der Umfrage noch in einer frühen Phase befand.

News aus Tschechien
Artikel von

News aus Tschechien

News aus Tschechien ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.