Die Außenminister Deutschlands und Tschechiens haben am Freitag, dem Jahrestag des Kriegsendes in Europa, in Berlin ein Memorandum über den Weiterbestand des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds bis 2037 unterzeichnet. Das teilte der Zukunftsfonds mit. Der tschechische Außenminister Petr Macinka und sein deutscher Amtskollege Johann Wadephul setzten damit nach eigenen Angaben ein starkes Zeichen für die Zukunft der bilateralen Beziehungen. Über die konkrete Finanzierung des Fonds soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds geht auf die Deutsch-Tschechische Erklärung von 1997 zurück, einem zwischenstaatlichen Abkommen beider Regierungen. Die Stiftung fördert seitdem zahlreiche Projekte im deutsch-tschechischen Kontext – von Jugendaustausch über Kulturprojekte bis hin zu wissenschaftlicher Zusammenarbeit.
Parallel zum Besuch äußerte sich Macinka in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erneut kritisch zum Sudetendeutschen Tag, der kommende Woche erstmals in Tschechien stattfinden soll. Der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, habe die Auswirkungen der Veranstaltung unterschätzt, so Macinka. Die Veranstaltung passe nicht in das Konzept der Versöhnung, insbesondere ältere Menschen hätten sich deswegen beschwert. Mit Blick auf die Teilnahme von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Alexander Dobrindt betonte Macinka, er glaube nicht, dass die beiden CSU-Politiker „eine gute Zeit in Brünn haben werden". Dennoch betonte der tschechische Außenminister, dass die aktuelle Debatte nichts an den grundsätzlich guten Beziehungen zwischen Tschechien und Deutschland ändere.