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Fossilienfund bei Arbeiten an Prager Metro

Fossilienfund bei Arbeiten an Prager Metro
Symbolbild Fossilien / pixabay Camera-man
Bei Bauarbeiten an der Metrolinie D in Prag haben Forscher eine bislang unbekannte Urzeit-Art entdeckt. Das rund 448 Millionen Jahre alte Fossil könnte neue Erkenntnisse über frühe Meereslebewesen liefern.

Bei den Bauarbeiten an der neuen Metrolinie D in Prag haben Wissenschaftler eine bislang unbekannte prähistorische Tierart identifiziert. Wie Forscher des Geologischen Instituts der Tschechischen Akademie der Wissenschaften mitteilten, stammt das Fossil aus der Zeit vor rund 448 Millionen Jahren und gehört zu einer frühen Gruppe der Gliederfüßer.

Entdeckt wurde das Fossil von dem Sammler Radek Labuťa in ausgehobenem Gestein aus der Metrobaustelle. Obwohl das Exemplar lediglich etwa zwei Zentimeter groß ist, bewerten Wissenschaftler den Fund als bedeutend. Die neue Art erhielt den Namen „Soomaspis labutai“ – benannt nach ihrem Entdecker.

Nach Angaben der Forscher handelt es sich um ein Tier, das eng mit Trilobiten verwandt war. Im Gegensatz zu diesen besaß die neue Art jedoch keinen harten Panzer. Der Körper war von einer weicheren Oberfläche mit kleinen Vertiefungen bedeckt. Auffällig war zudem ein oval geformter Schwanzbereich. Wissenschaftler beschrieben das Erscheinungsbild als Mischung aus Spinne und Trilobit.

Lukáš Laibl vom Geologischen Institut erklärte, der Fund liefere wichtige Hinweise auf eine entscheidende Phase der Erdgeschichte. Das Tier lebte kurz vor einer massiven Vereisung am Ende des Ordoviziums, die eines der ersten großen Massenaussterben der Erde auslöste.

Besonders interessant ist für die Forscher die Verbindung zu einer ähnlichen Art aus Südafrika. Dort war in den 1990er-Jahren die Art „Soomaspis splendida“ entdeckt worden, die etwa 443 Millionen Jahre alt ist. Bislang galt diese Art als regional begrenzte Erscheinung.

Mit dem neuen Fund aus Prag gehen Wissenschaftler nun davon aus, dass Vertreter der Gattung „Soomaspis“ deutlich weiter verbreitet waren als bisher angenommen. Vermutlich lebten sie in großen Teilen des damaligen Urkontinents Gondwana.

Das Fossil wurde inzwischen dem Nationalmuseum in Prag übergeben. Dort soll es künftig Teil der Dauerausstellung werden.