Mit dem nahenden Weihnachtsfest erneuert die tschechische Hauptstadt ihren Appell für einen respektvolleren und humaneren Umgang mit dem Karpfen, einem fest verankerten Bestandteil der traditionellen Weihnachtsfeierlichkeiten. Die Stadt strebt kein Verbot des Karpfenkaufs an, sondern möchte vielmehr auf das Leid aufmerksam machen, das viele Fische erleiden – von stressigem Transport bis hin zu qualvollem Sterben in ungeschulten Haushalten. Das teilte die Website Prague Morning mit.
Die Kampagne, die bis zum 23. Dezember in ganz Prag sichtbar ist, mahnt Käufer, lebende Karpfen nicht in Badewannen zu setzen, sie nicht in Flüsse oder Teiche zurückzusetzen oder sie zu Hause ohne geeignete Ausrüstung zu töten. Stattdessen empfiehlt die Stadt, die Fische direkt am Verkaufsort human schlachten, ausnehmen und portionieren zu lassen. So lassen sich Stress und Leid minimieren, und das Fleisch kann sicher weiterverarbeitet werden.
„Ich glaube, dass die meisten Menschen Tiere ohne unnötiges Leid und mit Mitgefühl behandeln wollen. Bildung und Ethik gehören zusammen“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister für Kultur, Tourismus und Tierschutz. Er betonte, dass ein wachsender Teil der Bevölkerung das Leid erkenne, das Karpfen bei unprofessioneller Tötung erleiden. In der Tschechischen Republik gibt es mehrere Tausend Verkaufsstände für Karpfen, davon rund 200 in Prag.