EU fördert Projekte im Grenzraum Sachsen-Tschechien
Der Begleitausschuss des Förderprogramms Interreg Sachsen–Tschechien hat am Mittwoch und Donnerstag in Ústí nad Labem die Förderung von 14 neuen Projekten für den gemeinsamen Grenzraum beschlossen. Dafür stehen rund 12,91 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Das teilte Sachsens Staatsministerin Regina Kraushaar mit.
Die Vorhaben sollen insbesondere die Entwicklung ländlich geprägter Regionen entlang der Grenze zwischen dem Freistaat Sachsen und Tschechien stärken. Im Fokus stehen Themen wie Fachkräftesicherung, wirtschaftliche Innovation, Klimaschutz sowie die engere Vernetzung von Institutionen und Unternehmen beider Länder. „Die Projekte schaffen konkreten Nutzen für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze“, erklärte Kraushaar.
Zu den geförderten Initiativen gehört das Projekt „Intermezzo“, bei dem die Westsächsische Hochschule Zwickau gemeinsam mit einer Berufsschule in Cheb ein grenzüberschreitendes Weiterbildungsangebot im Musikinstrumentenbau entwickelt. Ziel ist es, die traditionsreiche Branche zu stärken und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Forschung und Energie. Im Projekt „TransGEO“ untersuchen mehrere wissenschaftliche Einrichtungen aus Sachsen und Tschechien gemeinsam das geothermische Potenzial im Vogtland und in Westböhmen. Neben der Nutzung klimafreundlicher Energie soll auch die Überwachung von Erdbeben verbessert werden.
Mit dem Projekt „Saxon-Czech Innospace“ wird zudem ein Innovationsnetzwerk für kleine und mittlere Unternehmen aufgebaut. Vor allem Betriebe aus der Kultur- und Kreativwirtschaft sollen stärker miteinander vernetzt und bei der Entwicklung neuer Produkte unterstützt werden.
Darüber hinaus wurde in Ústí nad Labem das bereits laufende Projekt „Basket@School“ vorgestellt, das bei einem Videowettbewerb ausgezeichnet wurde. Es zeigt beispielhaft, wie Sport den Austausch zwischen jungen Menschen aus Sachsen und Tschechien fördern kann.
Für das Interreg-Programm Sachsen–Tschechien stehen bis 2027 insgesamt rund 190 Millionen Euro zur Verfügung. Der Begleitausschuss, in dem Vertreter beider Länder sitzen, entscheidet regelmäßig über die Vergabe der Fördermittel. Ziel bleibt es, die Zusammenarbeit im Grenzraum langfristig zu vertiefen und die regionale Entwicklung auf beiden Seiten zu stärken.