Die Polizei hat die Ermittlungen zum tödlichen Seilbahnunglück am Ještěd bei Liberec abgeschlossen und Anklage gegen drei Personen sowie ein Unternehmen wegen fahrlässiger Gefährdung der öffentlichen Sicherheit empfohlen. Das teilte der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt Kamil Látr mit. Den Beschuldigten drohen zwischen drei und zehn Jahren Haft.
Bei dem Unglück im Oktober 2021 riss das Zugseil einer der beiden Kabinen der Hängeseilbahn. Die Kabine stürzte aus rund 30 Metern Tiefe ab – der Schaffner, der sich allein darin befand, kam ums Leben. Er hatte zuvor noch manuell die Notbremse betätigt, war jedoch aufgrund der auf die Kabine wirkenden Kräfte nicht in der Lage, die Fahrzeugbremse zu aktivieren. Die 13 Fahrgäste in der zweiten Kabine blieben unverletzt, mussten aber von Feuerwehrleuten aus 15 Metern Höhe gerettet werden.
Laut Abschlussbericht der Eisenbahnaufsichtsbehörde war die Seilbahn ohne automatische Bremsauslösung in Betrieb – entsprechende Sicherheitselemente waren in der Vergangenheit unrechtmäßig entfernt worden. Die Korrosion der Seildrähte trug zum Reißen des Zugseils bei.