Steinbach: Erntedankgaben sorgen für Diskussionen
Ein Bericht von Bürger Journalisten Steffen Skeide
Steinbach bei Moritzburg. Festliches Glockengeläut eröffnete am Sonntag, 6. September, den Erntedankgottesdienst in der liebevoll geschmückten Kirche. Zahlreiche Besucher waren gekommen, um gemeinsam das traditionelle Erntedankfest zu feiern. Pfarrerin Sabine Prokopiev dankte den vielen Helfern, die die Kirche dekoriert sowie die Erntegaben im Ort eingesammelt hatten. Wieder war eine beachtliche Menge an Spenden zusammengekommen: Obst und Gemüse in verschiedensten Farben, dazu Konserven, Fertiggerichte und weitere Lebensmittel. Die Gaben sollten der Großenhainer Tafel zugutekommen.
Für Verwunderung sorgte jedoch, dass ein Teil der Spenden vor Ort zurückblieb. Unter anderem wurden Zucchini, Kürbisse, Rote Bete, Mais sowie selbst hergestellte Produkte nicht mitgenommen. „Wir können nicht alles annehmen“, erklärte die zuständige Mitarbeiterin der Großenhainer Tafel, Kathrin Berger. Auf Nachfrage bei der Diakonie als Träger der Tafel hieß es: „Selbstgemachte Lebensmittel dürfen wir aus hygienischen Gründen nicht annehmen. Ebenso dürfen wir kein großes Gemüse zerteilen.“
Warum weitere Lebensmittel nicht mitgenommen wurden, könne man derzeit nicht abschließend beantworten. „Da ist etwas nicht richtig gelaufen. Hier müssen alle Mitarbeitenden noch stärker sensibilisiert werden. Schließlich sind wir für jede Spende dankbar, die wir an Bedürftige weitergeben können.“
Auch bei den Nutzern der Tafel stieß die Situation auf Unverständnis. „Ich hätte auch einen größeren Kürbis genommen“, sagte eine Betroffene, die nicht namentlich genannt werden möchte. „Auch Marmelade, die sonst an jeder Straßenecke angeboten wird. Aber die Vorschriften machen einem das Leben nicht leichter.“
Ute Skeide von der Kirchgemeinde Naunhof/Steinbach zeigte sich ebenfalls enttäuscht: „Über die nicht mitgenommenen Gaben habe ich mich sehr geärgert, aber wir haben dafür eine Lösung gefunden.“ Für die Zukunft sieht auch die Tafel Verbesserungsbedarf. „Das muss im nächsten Jahr besser abgestimmt werden“, sagte Kathrin Berger. „Wir werden einen Weg finden, damit Bedürftigen geholfen werden kann und zugleich die ländlichen Traditionen erhalten bleiben.“