Kunstwettbewerb Lommatzsch: Nur einer kann gewinnen
Ein Bericht von Antje Wetzl
Kunst für Lommatzsch. Durch einen Bildhauerwettbewerb im Projekt „Kunst und Kultur im ländlichen Raum“ soll am Ende des Jahres ein neues Kunstwerk den Sachsenplatz in Lommatzsch ergänzen. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt dürfen sich daran beteiligen: Bis zum 18. Mai können sie über einen der drei Kandidaten abstimmen, dessen Entwurf künftig den Platz prägen könnte. Der Prozess ist öffentlich, um Kunst zu einer alltäglichen Begegnung in der Stadt zu machen. Dazu trafen sich am Samstag rund 30 Teilnehmer zu einem Symposium in Lommatzsch.
Nach Angaben der Stadt wurden aus 29 Bewerbungen drei Künstler von einer siebenköpfigen Jury ausgewählt, um ihre Entwürfe vorzustellen. Die Jury setzte sich aus drei von der Stiftung benannten Jurymitgliedern, drei Stadträten sowie einer Stimme der Bürgermeisterin der Stadt Lommatzsch, Anita Maas, zusammen. Die Teilnehmer des Symposiums – darunter Bürgerinnen und Bürger aus Lommatzsch und Umgebung, Vertretern des Landeskulturverbandes sowie des Kulturraums – konnten den langjährigen Förderer der Stadt und Stiftungschef Francois Maher-Presley begrüßen. Bürgermeisterin Anita Maas eröffnete das Symposium mit den Worten: „Kultur regt Kreativität an, ist Entwicklung – damit auch die Stadt Lommatzsch sich stetig weiterentwickeln kann.“ Auch Förderer Maher-Presley betonte, dass Kunst etwas auslösen müsse, ein Teil des Alltags sein und sich entwickeln dürfe.
Die drei Kandidaten
Die Kandidaten präsentieren ihre Entwürfe vor Ort. In der Diskussion ging es auch darum, ob das Kunstwerk eher niederschwellig zugänglich sein sollte oder welche Zielgruppe das Projekt hat. Maher-Presley plädierte gegen eine streng limitierte Zugänglichkeit: Kunst solle Entwicklung ermöglichen und allen Menschen offenstehen. Maas ergänzte, Kunst sei eine Einladung an die Gesellschaft. Die Stadt wolle diese Einladung ernsthaft umsetzen.
Die erste Kandidatin Kai Rosner kommt aus Berlin. Ihr Entwurf präsentiert sich als Torso aus Reinhardtsdorfer Sandstein aus dem Elbsandsteingebirge. Die Skulptur misst voraussichtlich 170 mal 40 mal 40 Zentimeter. Rosner beschreibt ihr Konzept als „Suchen – Verwerfen – Suchen und Finden“ – ein Zwiegespräch zwischen Stein und Künstlerin, das in der heutigen schnelllebigen Zeit einen Ruhepunkt schaffen soll. Rosner war online bei der Präsentation dabei.
Ablauf und Ausblick
Vor der eigentlichen Präsentation gab es Impulse von Lydia Hempel, Geschäftsführerin des Landeskulturverbandes Sachsen, zu Kunst im öffentlichen Raum, zur Belebung öffentlicher Räume und zur Frage, wie Identifikation entstehen kann. Dagmar Schmidt, selbst Künstlerin und in Lommatzsch geboren, erläuterte den Zusammenhang von bildender Kunst im öffentlichen Raum mit Identität und Teilhabe der Bevölkerung.
Der Wettbewerb ist als Teil des Programms „Kunst und Kultur im ländlichen Raum“ angelegt. Ziel ist es, dass der Sachsenplatz langfristig durch ein Werk bereichert wird, das sowohl künstlerisch als auch öffentlich zugänglich ist. Die Wahl der Bürgerinnen und Bürger wird maßgeblich darüber entscheiden, welcher Entwurf den Platz in Zukunft prägt. Der Siegerentwurf soll dann bis Jahresende umgesetzt werden.
Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts "Bürger machen Journalismus" entstanden.
Mehr Informationen zum Projekt - und wie auch Sie teilnehmen können - finden Sie unter: www.buergerjournalismus-sachsen.de