Ein Bericht von Jutta Wolff
Klippe 1: Der tiefe See
Klippe 2: Coronazeit mit Lockdown
2020 verschärfte sich seine Situation auf Grund Corona erheblich, denn durch das verhängte Kontaktverbot hatte er, als selbstständiger Dienstleister, keine Einnahmen bei gleichbleibenden Kosten. Frust und Langeweile förderten den übermäßigen Alkoholkonsum. „Beides konnte man sich einfach wegtrinken, Zeit hatte man genug und das Grübeln hörte auf“, erinnert sich Enrico. „Dass ich zu viel trinke, wusste ich, aber mir fehlte die Motivation und auch Ziele, um die Sache anzugehen.“ Ende des Jahres war es dann die Ehefrau, die ihm, sozusagen, die Pistole auf die Brust setzte und zur Entgiftung drängte. Enrico ging nach Radebeul und machte dort einen qualifizierten Entzug.Wieder zu Hause, änderte sich nicht viel, die Pandemie war auf dem Höhepunkt, Perspektiven gab es kaum, die Beziehung hatte sich noch nicht wieder erholt und der vermeintliche Tröster stand an jeder Ecke und lockte. „Ich war mir damals nicht richtig bewusst, wie groß mein Problem wirklich war,“ bekennt Enrico heute. „Das ist keine Sache des Willens, so nach dem Motto: Trink halt wenig oder nicht jeden Tag. Und deshalb überschätzte ich mich auch völlig.“


