Der Kreistag Meißen hat am Donnerstag, 4. Juni, in Coswig den Haushalt für 2026 mehrheitlich beschlossen. Das teilte die Landkreisverwaltung während der Sitzung mit. Trotz eines Defizits von fast 79 Millionen Euro stimmte eine Mehrheit der Kreisräte für die Haushaltsatzung. Zuvor hatte der Kreistag über die finanziellen Risiken und die Folgen einer möglichen Ablehnung beraten.
Der Ergebnishaushalt weist ein Minus von knapp 79 Millionen Euro aus. Bereits zuvor hatte der Landkreis zahlreiche Konsolidierungsmaßnahmen umgesetzt, die Belegschaft, Einwohner, Unternehmen sowie Städte und Gemeinden spürbar treffen. Dennoch sei ein Haushaltsausgleich selbst mit härteren Einschnitten nicht realistisch, hieß es in der Sitzung.
Bundesweit hatten die Kommunen im vergangenen Jahr ein Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro verzeichnet, die sächsischen Kommunen allein über eine Milliarde Euro. Als Hauptgrund gilt die Unterfinanzierung sozialer Leistungen, die der Bund vorgibt, deren Kosten aber nur teilweise trägt. Mit dem Doppelhaushalt 2027/28 soll in Sachsen erstmals ein Soziallastenausgleich eingeführt werden – dieser werde das Defizit jedoch nur mildern, nicht beseitigen.