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Kita-Schließung in Meißen sorgt für politischen Eklat: Unwürdiges Schauspiel

Kita-Schließung in Meißen sorgt für politischen Eklat: Unwürdiges Schauspiel
Die Sitzung im Stadtrat. Foto: ULM
Von: Meißen News
Im Stadtrat Meißen wurde überraschend eine andere Kita zur Schließung bestimmt. Die SPD spricht von einem unfairen Verfahren. Die Fraktion ULM ist vorsichtiger in der Bewertung.

Im Meißner Stadtrat hat es in dieser Woche eine überraschende Wendung bei der Entscheidung über die Schließung einer Kindertagesstätte gegeben.  Statt der bislang vorgesehenen Kita „Meißner Spatzen“ soll nun die integrative Kita „Regenbogen“ geschlossen werden. Der Beschluss kam durch eine kurzfristige Tischvorlage der AfD-Fraktion zustande, die mit Stimmen von CDU, FDP und der Wählervereinigung Freie Bürger eine Mehrheit fand. SPD-Stadtrat Daniel Bahrmann bezeichnete das "als politisches Trauerspiel".

Nach Angaben der SPD war zuvor über Wochen ein Kompromiss erarbeitet worden, der die Schließung der „Meißner Spatzen“ bis 2027 vorsah. Hintergrund sind stark gesunkene Kinderzahlen im Stadtgebiet, die eine Anpassung der Platzkapazitäten notwendig machen. Die Ausschüsse hatten die Faktenlage mehrfach geprüft und die Elternvertreter der „Spatzen“ frühzeitig einbezogen. Auch die AfD war an der Erarbeitung der Vorlage beteiligt und hatte Ergänzungen eingebracht.

Die nun beschlossene Schließung der Kita „Regenbogen“ kam nach Darstellung der SPD ohne Vorwarnung. Die Einrichtung bietet 94 Plätze, darunter mehrere integrative Plätze. Elternvertreter seien vor der Entscheidung nicht angehört worden und hätten keine Möglichkeit gehabt, Fragen zu stellen oder ihre Position einzubringen. Die SPD kritisiert, dass ein Änderungsantrag dieser Tragweite nicht vorab kommuniziert wurde, obwohl dies problemlos möglich gewesen wäre.

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SPD-Stadtrat Daniel Bahrmann bezeichnete das Vorgehen als „überfallartige Beschlussfassung“ und sprach auch von einem „unwürdigen Schauspiel“. Die AfD und die drei Stadträte Nico Riefling (CDU), Martin Bahrmann (FDP) und Alex Rost (Freie Bürger) hätten den Stadtrat „überfahren“. Ohne deren Stimmen wäre der Antrag chancenlos gewesen. Die SPD wirft den Beteiligten vor, einen sorgfältig erarbeiteten Kompromiss für eine kurzfristige Aktion geopfert zu haben.

Die SPD fordert Oberbürgermeister Markus Renner auf, die Rechtmäßigkeit des Beschlusses umfassend zu prüfen. Insbesondere der Wegfall integrativer Plätze sowie mögliche Auswirkungen auf Beschäftigte des nahegelegenen Elblandklinikums sollen untersucht werden. Ziel sei eine erneute Befassung des Stadtrats, da die betroffenen Familien nicht angehört wurden.

Etwas vorsichtiger argumentiert die ULM-Fraktion. Wer heute  Sitzung erfährt, spricht von Chaos im Meißner Stadtrat. Was nicht ganz stimmt, denn jeder Schritt zu diesem Beschluss war korrekt und die Vorbereitung der Verwaltung vorbildlich, teilte die Fraktion mit. Der Zeitpunkt des Antrags zur Änderung und die demokratische Mehrheit sind Auslöser für einen im Moment kaum überschaubaren Konflikt. „Ich hoffe sehr“, sagt der ULM.Fraktionsvorsitzende Dr. Oliver Morof, „dass wir das Problem sachlich und fachlich klären können."

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