Logo Die Sachsen News
powered by publizer® CMS

Jagdkampf: Reservisten aus dem Norden in der Oberlausitz

Soldaten in Flecktarn bei einer Einweisung im Wald
Reservistendienstleistende des Sicherungsbataillons 1 bei einer Einweisung im Wald auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz. Foto: Bundeswehr / Carl Schulze
From: Meißen News
36 Stunden, rund 30 Kilometer zu Fuß, wenig Schlaf: Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz hat der Oldenburger Reserveverband geprüft, wer sich für ein Jagdkommando eignet.

Oberlausitz. Viel Rufen mit viel Gepäck. Das Sicherungsbataillon 1 der Bundeswehr hat ikürzlich auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz eine Jagdkampfsichtungsübung durchgeführt. Ziel war es, Reservisten zu finden, die sich für den Einsatz in einem Jagdkommando eignen. Das berichten die Bundeswehr in Sachsen. Hintergrund ist ein erweiterter Auftrag. Das Bataillon aus Oldenburg, auch „Oldenburger Jäger“ genannt, besteht ausschließlich aus Reservisten und gehört zu den Divisionstruppen der 1. Panzerdivision. Bis Ende Februar hieß es Unterstützungsbataillon Einsatz 1. Neben der Sicherung der Divisionsgefechtsstände soll es nun auch Aufgaben im rückwärtigen Raum der Division übernehmen. Dazu gehört der Kampf gegen feindliche Kräfte, die dort einsickern.

Jagdkommandos sind dabei meist auf sich allein gestellt und haben in ihren Räumen große Handlungsfreiheit. Sie überwachen Gelände, klären den Feind auf, stören seine Bewegungen und Versorgung und erbeuten Unterlagen. Oft sind sie mehrere Tage zu Fuß mit 30 Kilogramm Gepäck und mehr unterwegs, häufig bei knapper Versorgung. Entsprechend hoch sind die körperlichen und psychischen Anforderungen.

Die Sichtung dauerte 36 Stunden. Die Teilnehmer legten rund 30 Kilometer zu Fuß zurück, fanden mit Karte und Kompass querfeldein ihren Weg und marschierten nach einer Skizze. Sie bauten Verstecke, machten Feuer, kochten aus rohen Zutaten im Kochgeschirr, überquerten ein Gewässer und absolvierten einen Eilmarsch. Zum Programm gehörten auch Kontakt zu Informanten und ein Hinterhalt gegen Feindkräfte. Zwischendurch bekamen die Soldaten in kurzen Einheiten neue Techniken gezeigt, die sie sofort anwenden mussten. Wenig Schlaf und ständige Konzentration gehörten dazu.

Insgesamt übten im Oktober rund 130 Reservistendienstleistende des Bataillons in der Oberlausitz. Unterstützt wurden sie von 20 Soldaten der niederländischen Nationalen Reserve, deren Brigade ebenfalls zur 1. Panzerdivision gehört. Einige von ihnen nahmen auch an der Jagdkampfsichtung teil.