Elbe-Tier-Park Hebelei stellt bedrohte Nutztierrassen und Blattkohl vor
Der Elbe-Tier-Park Hebelei informiert am Sonntag, 11. Oktober, über bedrohte Nutztierrassen und alte Kulturpflanzen. Beim traditionellen Aktionstag stehen die Heidschnucke, die Moorschnucke, der Altdeutsche Hütehund und der Blattkohl im Mittelpunkt. Das teilte der Tierpark mit. Geplant sind Naturerlebnisführungen um 14 und 15.30 Uhr. Bereits am Samstag informieren Infostände über die vorgestellten Tiere und Pflanzen. Der Tierpark ist bis 18 Uhr geöffnet.
Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) kürt seit 1984 jährlich eine gefährdete Nutztierrasse, um auf den Verlust der Vielfalt in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Für 2026 wurden gleich drei Haustierrassen ausgewählt.
Dazu gehört die Graue Gehörnte Heidschnucke. Die robuste Schafrasse besitzt gräuliches, langes Haar sowie einen schwarzen Kopf, schwarze Beine und einen schwarzen Schwanz. Die Lämmer kommen schwarz zur Welt und nehmen im zweiten Lebensjahr die Färbung der erwachsenen Tiere an. Beide Geschlechter tragen Hörner. Ihre lange, strähnige Wolle eignet sich unter anderem für grobe Gewebe und Teppiche. Das Fleisch der Grauen Gehörnten Heidschnucke aus der Lüneburger Heide ist in der Europäischen Union als geschützte Ursprungsbezeichnung anerkannt.
Ebenfalls zu den Nutztieren des Jahres zählt die Moorschnucke. Die aus den Moorgebieten Norddeutschlands stammende Schafrasse wird dort seit Jahrhunderten gehalten. Sie ist an feuchte Landschaften angepasst, durchschreitet auch knietiefes Wasser und kann sich nach Angaben des Tierparks sogar selbst aus Moorlöchern befreien. Wegen dieser Eigenschaften eignet sie sich besonders für die Landschaftspflege und die Beweidung von Moor- und Feuchtgebieten.
Die dritte ausgewählte Rasse ist der Altdeutsche Hütehund. Diese Hunde wurden traditionell vor allem von umherziehenden Schäfern bei der Schafhaltung eingesetzt. Weil die Wanderschäferei heute kaum noch verbreitet ist, sind die verschiedenen Hütehundschläge vom Aussterben bedroht.
Neben den Tieren wird auch der Blattkohl vorgestellt. Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt hat ihn zur Nutzpflanze des Jahres 2025/2026 gekürt. Blattkohl wurde bereits in der Jungsteinzeit gegessen und war im Mittelalter in vielen Regionen Europas ein wichtiges Grundnahrungsmittel.
Zu den Blattkohlen gehören verschiedene Sorten, darunter Grünkohl, Palmkohl und Markstammkohl. Auch Kohlrabi zählt dazu, wobei seine Blätter heute nur selten verwendet werden. Die Blätter lassen sich roh oder gekocht zubereiten. Viele Sorten sind robust und frosthart und bieten damit auch in den Wintermonaten eine regionale Nahrungsquelle.
Während der Führungen werden die Tiere auch mit Blattkohl gefüttert. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt: Am Wochenende soll es Grünkohl mit Würstchen geben. Weitere Informationen gibt es unter www.tierpark-hebelei.de.