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Das Großenhainer NVA-Panzerregiment „Leo Jogiches“ wird vorgestellt

Das Großenhainer NVA-Panzerregiment „Leo Jogiches“ wird vorgestellt
Der Kampfpanzer T-72 bei einer Bahnverladung in Großenhain. Foto: Stadt Großenhain
Weil so viele Menschen kommen wollten, wiederholt Major a.D. Löffler am 6. Oktober seinen Vortrag über das frühere Großenhainer NVA-Panzerregiment. Diesmal läuft auch der Imagefilm in voller Länge.

Großenhain war lange eine Garnisonsstadt. Auch in der DDR-Zeit. Wegen des großen Interesses gibt es den Vortrag über das Großenhainer Panzerregiment „Leo Jogiches“ ein zweites Mal. Es wird auf die Geschichte des Regiments zurückgeblickt, Fotos gezeigt und erzählt von eigenen Erinnerungen. Das teilt die Stadtverwaltung Großenhain mit. den Vortrag hält Major a.D. Werner Löffler.

Löffler kennt das Regiment aus eigener Erfahrung. Nach Angaben der Stadt gehörte er ihm seit 1969 an und leitete 1989 maßgeblich die Umwandlung zur Ausbildungsbasis. 1990 wechselte er die Uniform, er ging in die Bundeswehr nach der Wiedervereinigung. Zuletzt betreute er die Abwicklung der NVA-Bestände im Verdichtungsdepot.

Beim ersten Termin am 14. April waren nur Ausschnitte aus einem Film von 1980 zu sehen. Diesmal soll der Imagefilm komplett gezeigt werden.Es handelt es sich um den 33-minütigen Farbfilm „Wir vom Panzerregiment Leo Jogiches“ vom Filmstudio der NVA.

Das Großenhainer Regiment hieß offiziell Panzerregiment 16 (PR-16) und gehörte zur 7. Panzerdivision der NVA mit Stab in Dresden. Es ging auf ein 1956 in Löbau aufgestelltes Kommando zurück und zog 1963 nach Großenhain. Seine Truppenfahne bekam es am 1. März 1959. Den Ehrennamen „Leo Jogiches“ trug es seit dem 7. Oktober 1969. Leo Jogiches (1867–1919) war ein sozialistischer Politiker aus Wilna und arbeitete eng mit Rosa Luxemburg zusammen. Er gründete den Spartakusbund und die KPD mit. Im März 1919 wurde er in Berlin-Moabit in Untersuchungshaft ermordet.

Anfang 1989 kündigte die DDR an, von sich aus abzurüsten und sechs Panzerregimenter aufzulösen. Eines davon war das Großenhainer PR-16. Es war damals schon komplett mit dem Kampfpanzer T-72 M ausgerüstet. Im März 1989 wurde das Regiment aufgelöst, am selben Standort entstand die Ausbildungsbasis 6. Zwei Panzerbataillone wurden aufgelöst, 32 Panzer vom Typ T-72 gingen an das Panzerregiment 15 in Cottbus. Ein drittes Bataillon blieb als Panzer-Lehrbataillon bei der neuen Ausbildungsbasis. Dazu kamen ein Mot.-Schützenbataillon mit Arbeitskommandos für die Volkswirtschaft und Einheiten zur Versorgung.

Mit einem Befehl vom September 1990 fielen die Ehrennamen der NVA-Truppenteile weg. Die NVA wurde mit dem Beitritt der DDR am 2. Oktober 1990 aufgelöst. Seit dem 3. Oktober 1990 hatte der Bundesminister der Verteidigung den Befehl über die Truppen. Die Truppenteile der 7. Panzerdivision wurden an die Bundeswehr übergeben.

Major a.D. Werner Löffler spricht am Dienstag, 6. Oktober 2026, um 18 Uhr im Museum Alte Lateinschule (Kirchplatz 4) zum  Das Panzerregiment 16 in Großenhain. Der Eintritt kostet 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.