Ein Kommentar von Bürgerjournalistin Ostara Jasmin Hennig
Die Nachricht kam mit der Wucht eines angekündigten Bebens: Der Familientierpark in Siebeneichen wird in diesem Jahr nicht mehr öffnen. Was im Februar noch wie eine Frage von Wochen wirkte, entpuppt sich im Nachhinein als die Ruhe vor dem bürokratischen Sturm. Das Prestigeprojekt der Stadt Meißen ist vorerst krachend an der Realität gescheitert.
Dass ein Hanggelände wie in Siebeneichen tückisch ist und ein Tierpark nicht nach Schema F gebaut werden kann, ist keine neue Erkenntnis. Es ist topografische Faktizität. Wer im Nachgang überrascht feststellt, dass Papier geduldig, der Waldboden aber unnachgiebig ist, muss sich den Vorwurf des planerischen Leichtsinns gefallen lassen. „Neuland” darf im Kommunalbau kein Freifahrtschein für unzureichende Vorbereitung sein.

Bürgerjournalistin Ostara Jasmin Hennig. Foto: privat
Immerhin: Oberbürgermeister Markus Renner verweigert sich der reflexhaften Schönfärberei. Er räumt offen ein, dass die Stadt das Gelände unterschätzt hat, und zog mit dem Wechsel des Planungsbüros die notwendige Konsequenz. Das ersetzt dennoch keine funktionierende Baustelle.